The Awakening

Internatsgeist die 342.

von Leimbacher-Mario
Geistergeschichten - so alt wie die Menschheit & doch irgendwie nie alt werdend, wie ihre Spukerscheinungen einfach nicht totzukriegen. Gut so für uns Gruselheads, auch wenn gerade in den letzten Jahren der Markt doch arg überschwemmt wurde von Geistern, Spukschlössern, Parallelwelten & Dämonen. Definitiv der Mainstream-Trend, der Ende der 00er-Jahre den Torture-Porn abgelöst hat & der nun selbst wieder auf frischen Wind & Staffelstabübergabe wartet. Ich persönlich werte Del Toros Augenweide "Crimson Peak" als so etwas wie den Schwanengesang dieses Trends. "The Awakening", mit der immerschönen Rebecca Hall, hat schon 2011 so etwas wie ein paar Grundsteine gelegt & die kurz nach dem 1. Weltkrieg spielende Geschichte über eine Geistererscheinung eines kleinen Jungen, der in einem Internat sein Unwesen treibt, erinnert zudem noch an Del Toros frühes Meisterwerk "The Devil’s Backbone". Und dieser wiederum zog ja eh schon vor ein paar viel älteren Klassikern das Geistertoupet...

Auch, wenn es sich um eine britische Produktion handelt & ein Hauch von "The Innocents" aufkommt, erinnert der recht altmodische Grusler vor allem an jüngere Werke aus der spanischen Vergangenheit, von "The Others" bis "Das Waisenhaus". Wer also Horror dieser subtileren Art, vielleicht mit dem einen oder anderen gruseligen Kind, mag, wird den Blick auf "The Awakening" sicher nicht bereuen. Alles nicht innovativ oder neu, nichts noch nie Dagewesenes, sogar das Ende ist nicht ganz so clever, wie es sich nimmt & wird zudem noch übererklärt mit etlichen unnötigen Rückblenden - und trotzdem bleibt im Endeffekt ein Fazit im grünen Bereich. Man möchte das Rätsel lösen, engagierten & reifen Darstellern schaut man gerne zu & die Grundspannung samt gotischer Atmosphäre ist jederzeit greifbar. Auch der Look ist gekonnt & manchmal sogar künstlerisch wertvoll, ein hübscher, kleiner Film. Ghoststory as usual ist man geneigt zu sagen, wie auch ich, frech in der Überschrift, jedoch, bei den dutzenden Mangelexemplaren auf dem Markt, ein eher positives Beispiel. Ein offenes, zweideutiges Ende ist schön & regt zur eigenen Interpretation an, ist insgesamt aber, wie gesagt, auch kein Wachrüttler mit Wow-Effekt mehr - sicher ist auch diese Twist-Abgebrühtheit der enormen Quantität an Finalwendungen, von "The Sixth Sense" bis "Backtrack", zu verdanken. Schmälert den feinen, gänsehauttreibenden Spuk aber nicht, sollte es zumindest nicht.

Fazit: Schöner Grusel mit Retro-Touch, der erfreulich an Klassiker des Genres erinnert & mehr als solide Darsteller bietet. Richtig Neues ist aber auch nach dem etwas überambitionierten Ende nicht zu entdecken, eher gut aufgewärmt & schnell wieder vergessen.
Leimbacher-Mario

13.04.2016, 14:07



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