crazy

Orphan

Damiette Chuckyline

von Leimbacher-Mario
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Von „The Shallows“ bis „Non Stop“ hat Regisseur Jaume Collet-Serra einige solide bis gute Thriller abgeliefert, die jeden verregneten Sonntagnachmittag aufhellen können. Doch ein wirklich sehr guter Film war bisher eher nicht dabei. Bis auf „Orphan“. Der als Ausnahme die Regel bestätigt, dass der Spanier begabt ist, aber selten über sich hinaus wächst, eher Auftragsarbeiten und Routine abliefert. Hier hat er es allerdings getan und richtig abgeliefert. „Orphan“ ist spannend, emotional und hat eine Auflösung, die noch lange nachwirkt. Esther ist wirklich ein Mädchen für Alpträume, die sich gewaschen haben... Erzählt wird von einer Familie, die ein 9-jähriges Waisenmädchen adoptiert. Doch schnell stellt sich heraus, dass mit Esther weit mehr nicht stimmen könnte, als nur ihr Kleidungsstil...

Wieso funktioniert „Orphan“ derart gut? Warum gefällt er fast jedem Zuschauer, besonders Gelegenheitsguckern? Wärmt er nicht eigentlich nicht nur klassische Muster von „Omen“ bis „Dorf der Verdammten“ geschickt auf? Ja, aber auch nein. „Orphan“ ist derart stringent und konzentriert aufgezogen, dass seine fast zwei Stunden Laufzeit erstaunlich flüssig vorüberziehen. Die „attackierte“ Familie ist nett und glaubhaft, von der unglaublich süßen taubstummen Tochter bis zu Vera Farmiga als skeptische Mutter mit Alkoholvergangenheit, was feste Grundsteine zum Mitfiebern legt. Außerdem ist der Film kompetent gefilmt, mit einigen atmosphärischen Höhen und einer einnehmenden Soundkulisse. Und dann wäre da natürlich noch Esther, herausragend und wirklich angstmachend und unberechenbar gespielt von der (damals) erst 12-jährigen (!) Isabelle Fuhrmann. Dass sie bzw. ihre Figur nicht schon längst ähnlichen Kultstatus erlangt hat wie Damien oder Chucky, ist mir ein Rätsel. Eiskalt, berechnend, creepy durch und durch. Was für eine abgefuckte Bösewichtin und der Inbegriff des „bad child“. Psychopathisch und mit allen Wassern gewaschen. All das macht „Orphan“ immer wieder zu einem Hit. Sogar mit Wissen um die (ziemlich geniale) Auflösung. Allerhand!

Fazit: Ein erschreckend effektiver Twist auf das Thema des „bösen Kindes“. Killer!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Cinedom 6, Köln

29.04.2019, 17:15



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