Der Fisch stinkt von innen nach außenvon Leimbacher-Mario | Permalink |
Basierend auf der schon mehrfach für Filme benutzten, wahren Begebenheit eines jungen Mädchens, das in den 60ern von ihrer überforderten und sadistischen Ziehmutter in den Keller gesperrt und von ihr sowie etlichen Kindern aus dem Haus und der Nachbarschaft wochenlang misshandelt und gequält wurde… „An American Crime“ kann einen unmöglich kaltlassen. Und dabei war die Tat damals sicher noch ein ganzes Stück grausamer, als das, was uns hier präsentiert wird… Dieses tieftraurig und tief wütend machende Drama (mit Horrorpotenzial) hat es ganz übel in sich. Und das wäre sogar schon so, wenn man nicht wüsste, dass es ein echter Fall war. Authentisch gespielt, niederschmetternd echt und ratlos in seinen Motiven. Ist der Mensch einfach natürlich böse? Ja, zumindest hat er das Potenzial dazu (genauso wie zum Guten). Kinder, die quälen und nicht wissen warum. Mütter, die die Welt abgeschrieben haben und ein junges, unschuldiges Mädchen kaum noch als Mensch wahrnehmen. Eltern, die ihr Kind ahnungslos und dumm in fremde Hände legen. Auch in Nebenrollen mittlerweile bekannte Gesichter. Evans erste „American Horror Story“. Keener spielt bis an die Grenze des Ertragbaren. Ein filmischer Kloß im Hals. Die Finte gegen Schluss hätte nicht sein gemusst. Ansonsten ein echtes Brett. Fieser als die brutalsten Horrorschocker. Gruselig. Menschlich. Traurig. Und ohne Frage auch als Metapher auf das komplette Amerika lesbar. Fazit: Eine der härtesten und schmerzhaftesten „True Crime“-(Horror-)Storys überhaupt. Hier perfekt verkörpert und erschütternd trocken nacherzählt. Niederschmetternd. Teuflisch menschlich. Ein Spiel, eine Strafe, ein Martyrium, ein Alptraum. | |
13.10.2021, 10:36 | |
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