Hardcore

Mit der Spucktüte durch Moskau

von Herr_Kees
Schöner Vorspann…Laborszene wie ROBOCOP…hey, das Labor ist in einem Flugzeug, ist ja geil…ui, freier Fall!…Prügelei, Flucht zwischen Autos…spuck, würg…Verfolgungsjagd, Ballerei im Dunkeln, kann mal einer die Kamera stillhalten?…Hey, Sharlto Copley! Oh, Sharlto Copley ist tot…Parcours, Kletterei, Schießerei im Flur, Verfolgungsjagd, Kopfschmerzen…Hey, Sharlto Copley! Oh,…nackte Frauen, ach, hi Sharlto…Schießerei im Puff, wer ist wer und wer gehört zu uns?…Ah cool, die Konvoiszene war im Trailer, geiles Setpiece, wie im Spiel…Sharlto…explodiert…Ein Panzer???!!!…haha lustig mit der Marlboromusik…überhaupt ganz coole Musik so...wie lange geht der denn noch?…ah, Sharlto Copleys große Nummer, geile Idee…und nochmal ein cooles Setpiece, schön übersichtlich, wie im guten Shooter, endlich sieht man mal, was in der Szene so passiert…was kommt jetzt…ah Endboss, wurde auch Zeit, boah nee, jetzt ist dann aber gut, wie viele kommen denn da noch?…puh, vorbei, endlich wieder schöne ruhige Bilder zum Abspann…was denn, kein Schlussgag?

Ein Film, der einen mitnimmt. Im wahrsten Sinne des Wortes und ob man will oder nicht. Für einige Szenen, Stunts und Setpieces funktioniert die Ego-Perspektive ganz hervorragend, für die meisten nicht. Hätte man einen großen Teil des Films etwas sauberer choreografiert, zur Abwechslung auch mal mit Steadycam gedreht und den Protagonisten auch öfter mal Beobachter sein lassen und damit visuelle Ruhepunkte gesetzt (wie im "Sniper-Modus"), HARDCORE wäre ein richtig guter Film geworden. Sehr schön sind nämlich seine abstrusen Ideen, einige visuelle Überraschungen und die konsequente Umsetzung des Egoshooter-Feelings inklusive ständigem Waffenwechsel und anderen ebenso liebevollen wie gewalttätigen Details. Sharlto Copley liefert eine unterhaltsame Ein-Mann(?)-Show ab und die Effekte sind meistens sehr ansehnlich. Als physisches Experiment am Zuschauer kann HARDCORE als gelungen bezeichnet werden, als Film ist er schlichtweg zu lang, zu redundant und zu anstrengend geworden.

Da funktionieren Ilya Naishullers Musikvideos für seine „Biting Elbows“ im kurzen Youtube-Format deutlich besser, auch wenn sie technisch noch nicht so ausgereift sind: https://www.youtube.com/watch?v=Kb1hOCX_UVo.
Herr_Kees

20.04.2016, 00:56



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