The Greasy Strangler

Mitten ins Fettnäpfchen

von Alexander
Debile Dialoge dominieren das Geschehen in diesem irrsinnigen Geniestreich, der wirkt, als hätte Helge Schneider einen Zugang zu den perversen Niederungen Hollywoods gefunden. Schmalz, Öl, Fett und Schmiere werden kübelweise über der Leinwand ausgekippt, während der hässlichste Vater der Filmgeschichte und sein nicht minder derangierter Sohn in unsagbaren pinken Outfits nicht minder depperte Touristen zu den verranzteren Locations L.A.’s führen um damit ihr nächstes, von Fett triefendes Dinner zu finanzieren.

Dieses Schmalzfest brennt ein noch größeres Feuerwerk von Geschmacklosigkeiten ab, als man es zuletzt in Quentin Dupieux’ „Wrong Cops“ sehen konnte, diesem bewundernswerten Filmexperiment, das seinerzeit schon die Messlatte für kranken Humor und peinliche Performance extrem hoch legte und noch als tauglichster Vergleich für den Wahnsinn von „The Greasy Strangler“ herangezogen werden darf.

Irgendwo in diesem kultigen Bullshit kann man sogar so etwas wie das Gerüst einer Handlung finden. Ein ekelhafter Würger geht nämlich des Nachts um, und quetscht so manchen ebenso ekelhaften Gesellen die Luft ab und die Augen aus dem Kopf. Aber hey, wem ist hier schon die Handlung wichtig, das wäre doch Bullshit, Horseshit, Dogshit, oder.. Penguinshit!

„The Greasy Strangler“ ist ein Film wie fettige Pommes in ranzigem Bratenfett. Man weiß zwar das es schlecht für einen ist, möchte aber trotzdem immer wieder davon naschen. Dabei wirken die Bilder wie ein entsetzlicher Verkehrsunfall, sind eigentlich viel zu schrecklich um hinzusehen, wegschauen mag man aber auch nicht, wenn z.B. aus exponierten Altherrenaftern fette Fürze entweichen während schmierige Menschen mit faulen Witzen den Fäkalhumor in unerhörte Tiefen treiben.

Ein ganz übler Geniestreich und für mich der „most unique“ movie des Jahres, wenn nicht gar des Jahrzehnts, dabei mehr als extrem untauglich für ein gemeinsames Viewing mit der neuen Freundin und noch Familien-untauglicher als eine Pornocompilation.

Warum verehren wir dann diesen Film? Ganz einfach weil „The Greasy Strangler“ ein mehr als mutiges, und noch nie in dieser Form gesehenes „What The Fuck“-Wunder ist, das selbst hartgesottensten Filmfreaks die Kiefer nachhaltig und sperrangelweit aufreissen dürfte. Und immer wenn man denkt, mehr geht nicht, geht garantiert immer noch mehr.

The most fucked-up movie des diesjährigen Filmfests.
Alexander
sah diesen Film im Cinestar, Frankfurt

11.09.2016, 20:54



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