Vampire Wastelandvon Leimbacher-Mario | Permalink |
Das Baby von "Mad Max" und "30 Days of Night"? Könnte genau so aussehen! "Stake Land" spielt in einer postapokalyptischen Welt, die von aggressiven und degenerierten Vampiren (oder doch eher Zombies?) überrannt wurde. Ein lässiger Vampirjäger im fortgeschrittenen Alter, der von allen nur Mister genannt wird, zieht dabei einen jungen Waisen groß und lehrt ihm in diesem menschenfeindlichen Land voller Tod, Reißzähnen und Kannibalen zu überleben... denn glücklich werden wäre zu viel des Guten. "Stake Land" kreuzt gekonnt und überraschend düster-emotional "Daybreakers" mit "The Road", Endzeit mit Vampirzeit, "The Walking Dead" mit "Blade". Das geringe Budget nutzt der sympathische Vampirschnetzler effektiv und die Produktion samt Monster und abgenutzter, atmosphärisch dichter Welt sieht jederzeit teurer und schmutziger und echter aus, als sie jedes Recht hätte. Addiert man dazu einen faszinierend guten Nick Damici, der sich ebenfalls für das Drehbuch verantwortlich zeichnet (!), dessen Leidenschaft für sein Baby ansteckt, dann kommen nicht nur Blutsaugerfans voll auf ihre Kosten. Neben dem mystischen World Building, das mittlerweile sogar zu einer (halbgaren) Fortsetzung geführt hat & bei dem kein Charakter einen Freibrief aufs Überleben hat, gefällt mir vor allem Quasi-Vater-Sohn-Beziehung. Hier gibt’s Tiefe, Emotionen und Glaubhaftigkeit. Der deutsche Titel klingt viel generischer als der Film im Endeffekt ist und wer auf solide Endzeit-Genrekost steht, übersieht sogar kleine Längen und Makel. Das konnte selbst Carpenter mit seinem vampiristischen Western-Spätwerk kaum besser. Fazit: Der beste Vampir-Endzeitler des Jahrzehnts?! Grau, kurzweilig, atmosphärisch und mit dem coolsten Vampirjäger seit "Blade". Ein postapokalyptisches Blutbad mit genug wummernden und schlummernden Emotionen. | |
21.09.2017, 00:26 | |
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