crazy

Upstream Color

Trink den Arthouse-Kool Aid!

von Leimbacher-Mario
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"Primer" war nicht nur für uns Zuschauer eine harte, kalte, theoretische Nuss zu knacken, auch für Regisseur Shane Carruth war ein Folgewerk sicher eine sehr persönliche Mammutaufgabe mit diversen Erwartungen, Hindernissen und Hürden. Daher ließ er sich für "Upstream Color" einige Jährchen Zeit, fast ein Jahrzehnt um genau zu sein - und lieferte eventuell einen noch unzugänglicheren, experimentelleren und komplexeren Film ab, bei dem schon die Handlung wiederzugeben eine echte Herausforderung ist... "Upstream Color" ist Drogentrip, Lebensrausch und Geisteslabyrinth, wenn zwei scheinbar mit einer Art "Madendroge" verwirrte, vernetzte Menschen versuchen Antworten auf Fragen zu finden, bei denen es gar keinen richtigen Adressaten, Antagonisten oder Aufhänger zu geben scheint...

Das macht mir niemand madig!

Fühlen statt verstehen. Das schreiben sich Filme wie "Upstream Color" gerne auf ihre wehenden Fahnen. Aber klappt das hier? Die Antwort darauf ist sicher höchst individuell und persönlich. Und ich befinde mich irgendwie mittig in seiner Rezeption. Ich finde ihn wesentlich wärmer und menschelnder als "Primer", hatte dadurch schon irgendwie mehr "Zugang". Dazu ist das audiovisuell echt famos. Es gibt immer etwas zu sehen, zu fühlen, zusammenzusetzen. Wie ein Puzzle, wie ein vierdimensionales Labyrinth, wie ein Netzwerk aus flirrenden Gefühlen. Lost but not found. Verbindungen, Verblendungen, Verkettungen. Sphärisch statt generisch. Interessant statt rasant. Wirr und verwoben. Carruth hat definitiv eine eigene Stimme, selbst wenn man natürlich hier und da an Malick, Glazer oder Cronenberg denken muss. Mehr Fragen als Antworten. Beweglich wie Wasser. Schlängelnd wie Maden. Horizont erweiternd wie LSD. Einbildung ist auch 'ne Bildung. Philosophisch, grübelnd, komisch. Ein Gefühl des Kontrollverlustes. Ein Gefühl der Einsamkeit. Ein Gefühl im falschen Film zu sein. Ein Gefühl falsch abgebogen zu sein. Oder abgebogen worden zu sein. Stein auf Stein, trotzdem bröckelnd und fragil. Menschliche Seele aus dem 4D-Drucker. Ein Walkout-Provozierer. Schwingungen, Schwellungen, Schwindsucht. Die Feile des Lebens.

Ich glaub' mein Schwein pfeift!

Fazit: Genauso experimentelles wie faszinierendes Panoptikum der Gefühle, Fragen und Mysterien. Manchmal vielleicht einen deutlichen Schritt zu weit out there. Die meiste Zeit für mich aber doch irgendwie fesselnd genug. Was sehe ich und warum?! Wohin führt das und hat das überhaupt einen Anfang geschweige denn ein Ziel?!
Leimbacher-Mario

28.05.2026, 15:09



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