Secuestro express

Nichts ist härter als die Realität...

von Fitzcarraldo
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Ein durchweg gelungener Film, spannend von der ersten bis zur letzten Minute, originell gefilmt und glänzend gespielt. Erzählt wird die Entführung eines Mittelstands-Pärchens durch Gangster aus den Armenvierteln, wie sie in vielen Metropolen Lateinamerikas alltägliche Realität ist. Durch den über weite Strecken dominierenden dokumentarischen Handkamera-Look gewinnt der Film ein hohes Maß an Authentizität. Dieser Eindruck wird durch glaubwürdige Charaktere und ungeschönte Schauplätze unterstrichen. Anhand der Entführungs-Story gelingt es "Secuestro Express" ganz nebenbei, das eindringliche Porträt einer (jedenfalls aus europäischer Sicht) gescheiterten Gesellschaft zu zeichnen, wie sie nicht nur in Venezuela, sondern auch in vielen anderen Staaten Lateinamerikas mit ähnlichen Symptomen anzutreffen ist. Mehr noch als an den brasilianischen Film "Cidade de Deus" (City of God) erinnert "Secuestro Express" an die philippinische Produktion "Cavite", die in einem ähnlichen Umfeld beispielhaft gezeigt hat, daß sich auch mit den Mitteln des Dokumentarfilms packendes Kino erzählen läßt.
Fitzcarraldo
sah diesen Film im Cinedom 9, Köln

03.08.2006, 23:00



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