Human, Space, Time and Human

Frühling, Sommer, Herbst, Winter... und Tod

von D.S.
FFF goes Hardcore-Arthouse – mit dem allerersten Film von Kim Ki-Duk, den das Festival jemals im Programm hatte, mutet man dem geneigten Genrepublikum durchaus einiges zu. Und das in mehrfacher Hinsicht, denn es geht hier nicht nur kunstvoll, bisweilen elegisch philosophisch, metaphernschwer und deutungsebenenexzessiv zu. Nein, auch das konkret abgebildete Geschehen ist mitunter schwer zu verdauen: Von Massenvergewaltigungen über Massenmord bis zu Selbstverstümmelung wird hier wenig ausgelassen. Dazu ist die Handlung eingebettet in eine Atmosphäre blanker Hoffnungslosigkeit und Depression. Ein spaßiger Kinoabend sieht definitiv anders aus.

Mich konnte HUMAN, SPACE... trotzdem fesseln, und das über seine gesamten, epischen 122 Minuten, die nur lose in vier Akte unterteilt sind. Ich will mir nicht anmaßen, so kurz nach der Sichtung den Inhalt bereits interpretieren zu können, aber es geht – zumindest auch – in mehrfacher Hinsicht um die Natur des Menschen. Was ihn ausmacht, was er sich selbst und anderen antun kann, was in ihm steckt und was aus ihm erwachsen kann. Ganz buchstäblich.

Extremes Kino; eine filmische Grenzerfahrung zwischen Gesellschaftskritik, Religionsparabel, Nihilismus und Kannibalismus. Unbedingt sehenswert, wenn auch manchmal anstrengend und nicht leicht zu erschließen. 7 Punkte von mir.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

22.09.2018, 05:03



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