crazy

Mega Time Squad

Mega Trash Squad

von D.S.
„Ey Alter, ich hab 5 Dollar gefunden, ich mach nen Film! Machste mit?“ – „Klar, Alter! Aber nur, wenn ich die Hauptrolle kriege.“ – „Klar, Alter! Du kriegst sogar 5, für jeden Dollar eine!“

So in etwa dürften die Entwicklung der Story und das Casting von MEGA TIME SQUAD gelaufen sein. Nicht gut genug? Drücken wir den Knopf und beginnen noch mal von vorn!

Nein, tatsächlich ist diese neuseeländische Amateur-Komödie ja irgendwie recht charmant und anfangs auch unterhaltsam. Das Niveau bewegt sich aber doch eher auf dem einer durchzechten Nacht im Bierzelt. Billiger geht’s kaum mehr, prolliger auch nicht: Willkommen beim Asi-Spaß des Jahres! Warum es bei diesem erst in zweiter Linie ums Saufen geht, in erster Linie dagegen um etwas so Komplexes wie Zeitreisen? Warum nicht! Wäre doch gelacht, wenn wir die Paradoxione, oder wie die blöden Dinger heißen, nicht kleinkriegen...

Wer BACK TO THE FUTURE oder BILL & TED schon albern fand, nimmt hier besser Reißaus: MEGA TIME SQUAD kümmert sich glatt Null um Logik und löst potentielle Paradoxie-Probleme dadurch, dass er sie einfach ignoriert. Dabei geht er so unbekümmert und schamlos dämlich vor, dass man ihn fast mögen muss. Allerdings nur fast. Denn nach gut 20 Minuten hat er seine Ideen – und einen Großteil seines Charmes – schon ziemlich erschöpft. Danach wird es irgendwann ein bisschen repetitiv... und schließlich ernsthaft langweilig. Mangels Talent können die Darsteller nicht davon ablenken. Mangels Plan die eben nicht vorhandene Storyentwicklung auch nicht.

Auf der Habenseite gibt es immerhin das unverbrauchte Sujet der Selbst-Klonung per Kurzzeitreise in die Vergangenheit zu vermerken. An Army of me – das gab es vorher nur in einem Björk-Song, wenn ich mich nicht irre. Und eine Zeitlang macht das zeitreisende Rumgehampel unseres geistig etwas gehandicapten Protagonisten auch eine Menge Spaß. Aber wie erwähnt, dem Film gehen spätestens zur Mitte der Laufzeit die Ideen fast komplett aus, ab dann wird es mitunter quälend. Und Fremdscham-intensiv. Wobei, das ist es eigentlich von Anfang an. Aber zuerst tut es noch nicht so weh.

5,5 Punkte, weil der Mut der Macher ja in mancher Hinsicht auch bewundernswert ist. Ein Kurzfilm wäre allerdings angebrachter gewesen. Besser abends und in Begleitung diverser Biere sehen. Dann macht er vielleicht sogar Mega-Spaß.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

28.09.2018, 05:31



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