crazy

Strange Circus

Kunscht

von GeorgeKaplan
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Vorab, ich habe keine Probleme mit verschachtelten Erzählsträngen, einer irrealen Logik, visuell verwirrenden Trips oder Filmen, die sich erst nach mehrmaligem Sehen erschließen. Im Gegenteil: zu meinen Lieblingen gehört David Lynch. Ich kann aber unterscheiden zwischen gekonnt und nur gewollt. Ich hatte bei "Strange Circus" schon nach fünf Minuten den Eindruck, im falschen Film zu sein. Schwindel und Ohnmacht wird durch ein drehendes Karussel gezeigt, innere Verletztheit durch blutrote Wände. Wow, diese Symbolik, da schnallste ab, Mann. Schade nur, dass dem Regisseur außer diesen nicht gerade subtilen Vergleichen nichts weiter einfällt, immer wieder werden diese Bilder mit Holzhammer eingetrichtert. Einfallsreichtum sieht anders aus. Nach 75 min. hatte ich dann genug davon, von der Geschichte, die sich in einem Nichts verlor, von penetranter "künstlerischer" Untermalung mit Orgelmusik und Klassik, die nur leider überhaupt keinen Bezug zu den Bildern hatte, von dem ganzen marktschreierischen "Achtung: Kunst!"-Gedöns. Mag sein, dass ich damit die Mässätsch nicht mitbekommen habe, den finalen Dreh, die Konklusion. Allen, die mich jetzt als Kunstbanause abqualifizieren: ich bin zum ersten Mal seit 20 Jahren vorzeitig aus dem Kino rausgegangen. Ich habe mir geduldig Tarkowski, Rohmer, Bergman angeschaut, die wirklich etwas zu sagen haben. Rausgegangen bin ich seinerzeit bei "Die Rückkehr der Jedi-Ritter".
GeorgeKaplan
sah diesen Film im Cinedom 6, Köln

06.08.2006, 20:19



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