Fudoh: The New Generation

Ich guck'

von Leimbacher-Mario
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Schwer vorstellbar, aber in den Neunzigern war Takashi Miike vielleicht noch verrückter, wilder und unberechenbarer als jetzt. Roh, rücksichtslos und räudig. Viel gequirlter Quark kam da aus ihm heraus - aber auch ein paar Ausnahmetitel. Und der augenzwinkernd-bösartige "Fudoh" ist einer dieser Rohdiamanten, wenn ein junger Yakuzasohn seinem Vater unermüdlich Rache schwört - da dieser, um einst einen Bandenstreit zu schlichten, dessen Bruder geopfert und geköpft hat...

Dynastien der Schmerzen

"Fudoh" leitete in seinem Jahrzehnt mit aller Wucht eine neue Ära der Yakuzakrimis ein. Mit Blutfontänen und Barweisheiten, mit Miike und Madness, mit Schulbänken und Schlübbershots, mit Familienfehden und Folterknechten. Das war wahrlich "The Next Generation". "Persona" trifft Kitano. Pfeile aus Scheiden. Schwerter in Scheiden. Mafiosi in Scheiben. Wahnsinn mit Methode. Der Bloodfather. Stylisch, cool, grausam. Feuchtfröhlich und abgrundtief böse. Das gefällt nicht vielen. Aber bestimmt Tarantino. Miike in seiner Sturm- und Drangphase - die er eh nie richtig verlassen hat bis heute...

Bruderrächer, Vatermörder, Publikumsspalter

Fazit: Garstiger und zugleich comichafter Yakuzaexploitationer, der asiatischen Gangsterfilmen eine schöne neue Facette zugespielt hat. Miike in früher Topform. Auf der Katanaklinge der Perversion. Japan war sowas von bereit in Asien in die filmisch erste Reihe zu treten!
Leimbacher-Mario

28.08.2026, 12:48



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