crazy

Crabs!

Crabtastic

von D.S.
Eingeleitet vom vielleicht witzigsten Videogruß ever, begann der letzte Frankfurter FFF-Tag 2021 mit dem einzigen Creature Feature im diesjährigen Programm, und das bot einen charmanten Einstieg in den Tag. Was man vorab durchaus hätte bezweifeln können –schließlich ist CRABS! ein Vertreter der häufig sehr unerfreulichen Gattung „geplanter Trash“ bzw. „gewollter Kultfilm“: Man nehme ein maximal unglaubwürdiges Bedrohungs-/Katastrophenszenario, visualisiere es so billig und schäbig wie möglich und behandle den derart skizzierten, stets dem gleichen Verlauf folgenden Plot mit einer übertriebenen, der offensichtlichen Albernheit des Sujets absolut nicht angemessenen Ernsthaftigkeit. Kurz gesagt: „Wir wissen, dass wir hanebüchenen Blödsinn inszenieren, und weil wir außerdem wissen, dass ihr das auch wisst, ergehen wir uns jetzt gemeinsam im mega-ironischen Abfeiern der Tatsache, dass wir alle so einen guten Geschmack haben, dass wir so tun können, als hätten wir grottenschlechten Geschmack“. SHARKNADO, anyone?

CRABS! aber präsentiert sich ganz anders, und zwar hochsympathisch. Man hat von Anfang an das Gefühl, dass sich hier einfach ein paar Kumpel zusammengetan haben, um einen lustigen kleinen Film zu produzieren, und weder den Machern noch dem toll aufgelegten Cast kann man auch nur eine Sekunde lang böse sein dafür, dass vieles an diesem C-Movie nicht über Amateurniveau hinauskommt – dass die Effekte grottig sind; dass die Figuren wandelnde Klischees sind; dass der „wissenschaftliche“ Erklärungs-Hokuspokus, der in derartigen Filmen natürlich nicht fehlen darf, aber mal komplett sinnfreies Geschwurbel ist; dass die Mutter der weiblichen Hauptfigur von einer Darstellerin gespielt wird, die vermutlich gerade mal 6 Monate älter als ihre Filmtochter ist … alles völlig egal, denn CRABS! hat riesigen Charme und unterhält auf nicht zynische bewusst dämliche Weise enorm gut.

Lediglich im ersten Viertel lässt er sich etwas zu viel Zeit und ich begann schon zu fürchten, dass mich nur ein laues Comedy-Lüftchen erwarten würde. Bald findet der Film jedoch ein gutes Tempo und bleibt bis zum Schluss in Fahrt, wobei insbesondere eine großartige Hommage an GREMLINS heraussticht, sowie natürlich die epische PACIFIC RIM-Persiflage im Finale. Die dabei eine große Bedeutung für die Handlung entwickelnde Figur des „Borat-Radu“ ist sicher irgendwo fragwürdig, sorgt aber auf jeden Fall für eine Reihe zusätzlicher Lacher.

Kurz gesagt: Wer Creature Features, Trashfilme oder fröhlich blödelnde Unterhaltung mag, wird hier garantiert seinen Spaß haben. 6,5 von 10 Punkten von mir.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

02.11.2021, 00:23



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