crazy

Hunter Hunter

Homo Homini Lupus

von splattercheffe
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Eine autark und abgeschieden im Wald lebende Familie. Ein auf der Suche nach einem gefährlichen Wolf vermisster Vater, dazu plötzlich ein Schwerverletzter vorm Anwesen. Dazu die explizite Warnung im Programmheft für empfindsame Gemüter. Wonach klingt das?
Klar, ein Backwood-Slasher, ultrabrutal, derb, deftig-blutig - und schon ungefähr hundertmal gesehen.

HUNTER HUNTER ist weit davon entfernt. Der Film schleicht sich ganz langsam an und legt eine ganze Weile den Fokus auf die schwierige Frage, ob man in den heutigen Zeiten noch derart zu leben, besser: zu überleben vermag. Maßgeblich durch die Verfassung der (toll gespielten) Mutter, die mit zunehmender Verzweiflung versucht, den Herausforderungen zu begegnen; und grade dadurch das, soviel sei verraten, jetzt schon legendäre Finish so konsequent wirken lässt.

Die einzeln durchaus subtil eingeflochtenen Deutungsebenen, die auf ein bestimmtes Genre abzielen würden, erhöhen den cineastischen Reiz, laufen jedoch in gewisser Weise ins Leere, da die oben genannte zentrale Frage HUNTER letztlich für mich zu einem Öko-Thriller macht: Großartig aufgebaut und gespielt, muss man ihn zu den interessantesten Genre-Beiträgen der letzten Jahre zählen - und zu einem Pflichtbesuch für alle jenen, die das freie, autarke Leben in und mit der Natur gerne über die Maßen romantisieren.
splattercheffe
sah diesen Film im Rio Filmpalast, München

02.11.2021, 14:43



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