crazy

Slotherhouse

Das Quiek-Massaker

von D.S.
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Zu vorgerückter Stunde hat sich am FFF-Eröffnungsabend nicht nur die übliche Dauerkarten-Meute, sondern daneben auch eine große Zahl eher „normal“ wirkender Kinogänger im weitgehend ausverkauften, unangenehm aufgeheizten, aber fröhlich gestimmten Kinosaal versammelt, um sich die volle Tier-Trash-Dröhnung zu geben. Das Ergebnis jahrelanger Überzeugungsarbeit von The Asylum, SyFy & Co.? Nachwirkungen des COCAINE BEAR-Hypes? Woran auch immer es lag – ich weiß nicht, ob sich allzu viele der gewöhnlich genreferneren Zuschauer noch einmal ein derartiges Filmexperiment gönnen werden, denn um den erhofften Partykracher handelt es sich bei der US-amerikanisch/serbischen Co-Produktion nur bedingt.

Die geringste Schuld daran trägt dabei die Hauptfigur: Denn selbst, wenn die Faultierpuppe selbst mit größter Mühe nicht einen Moment lang auch nur ansatzweise als echt bzw. lebendig wahrgenommen werden kann, ist sie doch irgendwie ein echt lässiger Typ. Selbstverständlich mit einem Gesichtsausdruck versehen, der wie dauer-stoned wirkt, entwickelt sie ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten, hat aber vor allem eine super-zynische, hinterfotzige und nonchalante Ausstrahlung, mit der sie jede Menge Sympathien gewinnt.

Am Star des Films liegt es also nicht, dass SLOTHERHOUSE eine über weite Strecken recht anstrengende, unerquickliche Sache geworden ist – vielmehr an seinen menschlichen, in diesem Fall fast ausschließlich weiblichen Mitspielern. Dem Setting in einem Sorority-House geschuldet, sind nahezu sämtliche Figuren durch die Bank als oberflächlich, egozentrisch, missgünstig, hohl und dumm gezeichnet. Damit könnte man vielleicht noch leben, schließlich muss das in einem derartigen Film ja mehr oder weniger so sein, aber … dass sie alle permanent am Quieken, Quietschen, Herumzicken und -schreien sind, kann einem nach kurzer Zeit wirklich gehörig auf die Nerven gehen. Genau wie die tödlich übertriebene Anbiederung an Social-Media-Gepflogenheiten, die von dauernden Einblendungen Instagram-ähnlicher Kurzprofile der handelnden Figuren bis zu solchen kläglicher Meme-Versuche reicht.

Hinzu kommt dann noch, dass das Budget offensichtlich eher winzig war – die bei einer solchen Ausgangslage nötigen Mengen an Blut und Gekröse gibt es nämlich weiß Gott nicht zu sehen, gorige Spezialeffekte sind absolute Mangelware. Zudem ist das Tempo nicht hoch genug und die Witze zünden nur in wenigen Fällen. Da bleibt dann nicht mehr so schrecklich viel übrig, was für den Film spricht – von einigen Verneigungen vor anderen Genrefilmen vielleicht mal abgesehen.

Ein kompletter Flop ist SLOTHERHOUSE dann aber doch nicht, dafür ist das Killer-Faultier einfach zu schräg und liebenswert. Mehr als 5 Punkte kann ich allerdings nicht vergeben. Große Trash-Fans haben hieran vielleicht mehr Spaß als ich.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

07.09.2023, 01:23



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