Eisspin, der sehr Schreckliche

Eisspin, der Unfertige

von Alexander
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Walter Moers ist Kult. Spätestens, seitdem ich den Roman „Die Stadt der träumenden Bücher“ gelesen hatte, war ich seinem subtilen Humor und seiner Leidenschaft für „Gothic“ verfallen. Wer träumte nicht davon, dass seine angedüsterten Geschichten eines Tages die große Leinwand erobern würden? Das Feuerwerk, das Moers im Kopf der Leser zu entfachen vermochte, war eigentlich eine Steilvorlage für talentierte Regisseure und Produzenten.

Nun hat uns das Fantasy Filmfest einen 15 Minuten Kurzfilm beschert, in Anlehnung an das mir noch nicht bekannte Werk von Moers. Im Rahmen der „Shorties“ gezeigt, hätte das ein absolutes Highlight sein können, ein liebevoll gemachter „echter“ Fantasyfilm, visuell berauschend, mäandernd zwischen gruftigem Gothicfeeling und süßem Puppenfilm. Angegruselt, aber doch irgendwie liebevoll, eine Art „Augsburger Puppenkiste“ für die Erwachsenenfraktion der Genre-Liebhaber, eine „Nightmare before Christmas“-ähnliche Antidode zu den Werken Tim Burtons.

Als Vorfilm zu dem zu Recht mit Hochspannung erwarteten „Dogman“ wurde dieses kleine und irgendwie unfertig wirkende Kunstwerk leider verschenkt. Besser wäre eine Matinee am Sonntag Mittag vor den Shorties gewesen. Man muss auch gar nicht verstehen, warum ein so unglaublich großer Aufwand betrieben wurde, eine unfertige und ins Leere laufende „Geschichte“ nach nur wenigen Minuten brutal abzuwürgen, um den Zuschauer ratlos zurückzulassen. Man kann sich auch einfach nur an der optischen Opulenz und den netten Einfällen erfreuen, ganz ohne zu meckern.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

08.09.2023, 01:18



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