Immigrants Mazevon Alexander | Permalink |
Regisseur Paris Zacilla stellt mit „Raging Grace“ recht plakativ seine Kritik an der mitunter schwierigen und von ihm selbst erlebten Situation von Immigranten in Great Britain in den Vordergrund. Der Film fokussiert, politisiert und moralisiert in seiner ersten Hälfte eigentlich fast ausschließlich dieses Thema, und es dauert doch einige Zeit, bis sich neben der Leidensgeschichte der Filipina Joy und ihrer Tochter Grace ein zweiter Handlungsstrang entwickelt, der dann nicht weniger unangenehm, doch dazu ausgesprochen spannend in Szene gesetzt ist. Dabei verschafft uns die kleine Grace immer mal wieder Augenblicke, die zum Schmunzeln, vielleicht auch zum Lachen sind, und mit ein paar comic reliefs einen Akzent zum sonst eher düsteren Grundthema beitragen. Die herrschaftliche Arroganz Joys oberflächlicher, neuer Arbeitgeberin Katherine, die ganz bewusst mit zahlreichen weniger schmeichelhaften Attributen vortrefflich charakterisiert wird, täuscht zu Anfang noch über eine tief in der Geschichte vergrabene Tragödie hinweg, und die zu Beginn doch sehr stringente kleine Geschichte entpuppt sich plötzlich zu einem twistreichen, gruseligen Drama, das in seiner zweiten Hälfte sehr viel raffinierter und feinstofflicher konstruiert ist. Was genau dann später in dem weitläufigen, alten Herrenhaus vor sich geht, in dem Joy ihre neue Stelle als Hausmädchen antreten darf, soll natürlich nicht verraten werden. Man darf hier auch kein Meisterwerk erwarten, aber „Raging Grace“ ist durchaus ein sehr gelungenes Erstlingswerk, das gut zu unterhalten weis. Mabuhay! | |
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt | 10.09.2023, 08:14 |
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