Mad Cats

Katzenmenschen, Menschenkatzen

von D.S.
Eine skurrile, unbedingt sympathische Indie-Actionkomödie voller schräger Figuren und Situationen (sowie mit ein paar abgetrennten Köpfen): MAD CATS dürfte Freunden des Abseitigen mit einiger Wahrscheinlichkeit gefallen – so sie denn bereit sind, sich auf den lakonischen Tonfall des Films, seine nicht gerade übertrieben hohe Geschwindigkeit und vor allem auf seine durchweg eher unmotiviert auftretenden Hauptfiguren einzulassen.

Diese sind einerseits Taka, ein Slacker par excellence, dessen als Archäologe tätiger Bruder Mune seit ein paar Jahren spurlos verschwunden ist, was allerdings keinerlei Such-Aktivität auf Takas Seite ausgelöst hat. Andererseits der abgehärtete Obdachlose Takezo, der in einem Parkhaus lebt und besonders gerne Katzenfutter aus der Dose löffelt. Die beiden verbinden sich mehr oder weniger zufällig zu einem Team und starten eine – erstaunlich erbärmlich geratende – Rettungsmission: Eine weibliche Stimme auf einer ominösen Audiokassette hat Taka nämlich verraten, dass Mune von einer Katzenfrauen-Gang gefangen gehalten wird, die außerdem über ein mysteriöses Artefakt verfügt, welches unbedingt gestohlen werden muss.

In der Folge werden sie auf Schritt und Tritt von verschiedensten ruchlosen Killerinnen attackiert, die Taka und Takezo binnen Sekunden plattmachen würden. Wenn diese nicht überraschend Unterstützung von einer geheimnisvollen jungen Frau bekommen würden, die offensichtlich eine Rechnung mit der Gang offen hat ...

So unterhaltsam seltsam die Angreiferinnen daherkommen – die übrigens so farbenfrohe Namen wie „The Insane Nunchaku“, „The Greedy Smiler“ oder auch „The Chill Monster“ tragen –, so deplatziert im Kopfkratz-induzierenden Geschehen wirken die beiden sichtlich von allem um sie herum überforderten Jungs. Als (unfreiwillige) Helden sind sie ungeeigneter als sämtliche Loser der Filmgeschichte vor ihnen. Allerdings macht aus meiner Sicht genau das einen Gutteil des Charmes aus, den MAD CATS versprüht. Er nimmt sich natürlich in keiner Sekunde ernst, bietet das aber nicht in kompletter Chaos-Verstrahltheit dar, als superlaute Haudrauf-Komödie, sondern verfolgt eher einen Low-Key-Ansatz.

Manchem wird das Ganze zu wenig abgedreht, zu wenig temporeich inszeniert erscheinen. Als kleiner, verspielter, im Kern doch durch und durch irrer Schwank macht MAD CATS bei angepasster Erwartungshaltung aber unheimlich Laune – nicht zuletzt des grenzgenialen oder auch grenzdebilen Tausendfüßler-Witzes sowie des grandios dreisten Green-Screen-Einsatzes wegen, den wir hier geboten bekommen. Regisseur Reiki Tsuno erklärt im Interview übrigens, er habe explizit keinen „japanischen Film“ drehen wollen. Sein Humor ist am Ende aber zweifellos typisch japanisch. Auch wenn das Blut nur selten in Strömen fließt. Ich hatte jedenfalls meinen Spaß – knappe 7 Punkte.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

16.09.2023, 22:58



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