crazy

DogMan

Beware of Doug

von Herr_Kees
Luc Besson malt gerne mit dem groben Pinsel. In den 80ern und 90ern hat sein plakatives Kino mit SUBWAY, THE BIG BLUE, NIKITA, LEON und THE FIFTH ELEMENT wunderbar funktioniert. Mit den etwas ernsthafter gemeinten Dramen à la JOAN OF ARC und ANGEL-A weniger.

Und so schafft es auch DOGMAN nicht weiter als an die Oberfläche: Jede Situation, jede Szene, ist ein Klischee. Von der gebeichteten Backstory im Polizeirevier über die schlimme Kindheit nebst gewalttätigem, gottesfürchtigem Vater bis zu den tumben tätowierten Gangstern.

Caleb Landry Jones selbst, durchaus ein guter, intensiver Schauspieler, wie man beispielsweise im Attentäterdrama NITRAM gut sehen kann, channelt unter Bessons „mehr ist mehr“-Regie gleich beide JOKER (Joaquin Phoenix in den Rückblenden und Heath Ledger im Jetzt) und auch ein bisschen Queer-Comedian Eddie Izzard.

Die Geschichte, die Doug (erneut: sehr subtil, Monsieur Besson) uns hier auftischt, ist mit ihren religiösen Fanatikern, arroganten Millionären, schmierigen Versicherungsagenten, herzensguten Dragqueens und Wunderhunden, die mit den Bösewichten HOME ALONE spielen, so (bezeichnen wir es mal positiv als) märchenhaft, dass man sich tatsächlich wünscht, sie bekäme eine entsprechende Auflösung. Doch stattdessen bevorzugt Besson auch am Schluss das Pathos und das große Bild, was seinen Film letztlich noch ein Stück weiter in Richtung Cringe abrutschen lässt.

Wofür wohl die angeblichen sieben Minuten Standing Ovations in Cannes gedacht waren? Sie können nur den Hunden gegolten haben. Die Hunde, die sind großartig.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

21.09.2023, 12:08



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