Girl Unknown

Do you like Hitchcock?

von Herr_Kees
Ein Mann und eine junge Frau unterhalten sich in einem Park. Vor allem der Mann spricht, hält dem Mädchen cineastische Vorträge. Doch irgendetwas stimmt nicht, sie scheint nicht freiwillig hier zu sein. Warum geht sie nicht oder ruft um Hilfe? Welches Machtverhältnis herrscht hier?

Was als mysteriöser Pädophilenkrimi beginnt, taucht bald schon in die Tiefen der menschlichen Psyche ab – wie Alice in den Kaninchenbau. Die Machtverhältnisse zwischen den beiden Protagonisten werden sich noch verändern, genauso wie unser Blick auf sie. Durch Flashbacks eröffnen sich neue Perspektiven – und Abgründe.

Der Film basiert auf einem Theaterstück, was man ihm auch anmerkt. Zwar ist der Austausch zwischen den beiden Hauptfiguren filmisch zum Teil interessant umgesetzt und wird immer wieder mit Hintergrundinformationen aufgelockert, doch letztlich ist GIRL UNKNOWN ein Dialogfilm, der stark von der Kommunikation der beiden lebt, von der Machtverschiebung, die auch in ihrer Sprache stattfindet. Das ist eine Weile durchaus spannend, wird aber zusehends abstrus, bis die Motivation des Geschehens kaum noch nachvollziehbar ist.

Ob eine bewusste künstlerische Entscheidung oder mangelnde inszenatorische Klarheit ausschlaggebend war, den Film so vage ausgehen zu lassen, kann man nur mutmaßen. Sicher ist jedoch, dass das Ende viele Zuschauer frustrieren wird.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

26.09.2023, 00:50



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