Riddle of Fire

Magic Mountain

von Leimbacher-Mario
„Riddle of Fire“ lehnt sich an herzerwärmende und zugleich damals sehr aufregende Kindheitsklassiker wie „Goonies“, „Monster Squad“, „Stand By Me“ oder „Lost Boys“ an und erzählt von vorpubertären Freunden, den „Three Immortal Reptiles“, die auf ein kindlich-naives Abenteuer durch ihr Städtchen und darüber hinaus aufbrechen, um die Zutaten für einen Blaubeerkuchen (!) zusammenzutragen, um einer kranken Mama zu helfen…

Kinderschuhe & Zaubertruhe

Sympathiebolzen, rosarote 16MM-Brille in Filmform, Phantasialand. Für „Riddle of Fire“ fallen mir viele Bezeichnungen ein. Und fast alle sind als dickes Kompliment zu verstehen. Das Ding ist ganz klar ein Indie und keineswegs perfekt. Z. B. versteht man die Aussprache der Kids nicht immer gut, es gibt recht wenig Handlung und echte Konflikte, mit allzu viel (erwachsener) Logik darf man an die Sache nicht herangehen. Man darf auch keine allzu großen Setpieces wie Höhlen, Zugbrücken oder Kuchenesswettbewerbe erwarten wie in den o. g. Vorbildern. Das hier ist nicht wirklich Hollywood. Und dennoch hat „Riddle of Fire“ mein Herz im Sturm erobert. Die Clique hat eine tolle Chemie, ja Magie. Die Kinder reden und verhalten sich wie Kinder. Die „Bösewichte“ sind seltsam, (positiv) offbeat und doch irgendwie in dieser Welt eine ernstzunehmende Gefahr. Es gibt seltsame Einfälle und Details an jeder Ecke, von gepunkteten Hühnereiern bis zu wahrhaft magischen Sprichwörtern. Und apropos Magie: der Score ist genau das, pure Magie. Von carpenter'esken Synthies über folkloristisches Pianoklimpern bis zu romantischen Melodien - dass der „Riddle of Fire“-Soundtrack auf Vinyl ein heißbegehrtes Sammlerobjekt wird, kann ich jetzt schon sagen. Der Look hat Textur, Charakter und wird nie digital gleichwertig ersetzt werden können. Es gibt vielleicht die süßeste Tanzperformance des Filmjahres. Und das Happy End ist zuckersüß, ohne kitschig zu sein. Hier passt einfach sehr viel - selbst wenn ich mir insgesamt dann doch das ein oder andere Piratenschiff, Monster, Hindernis mehr gewünscht hätte…

Eine gute Kinderstube

Fazit: Zauberhaft, naiv, sympathisch und kindlich-aufregend - „Riddle of Fire“ fängt die Magie, den Spaß und die Spannung von kindlichen Abenteuern über Wald, Berge und Wiesen absolut fantastisch ein. Zwischen D&D, Videospiel und Träumchen. Selbst wenn die eigentliche Handlung kaum der Rede wert ist. Aber so war das eben als kleiner Mensch: da macht man gerne aus einer Mücke 'nen Elefanten…
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

21.04.2024, 01:12



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