crazy

Oddity

Alles andere als hölzern

von Alexander
Man darf „Oddity“ ganz bestimmt als einen der selten gewordenen Gegenpole zum modernen, meist generischen, Kommerz-Horrors bezeichnen. Wie schon bei „Caveat“, unterläuft Regisseur Damian McCarthy stellenweise die Erwartungen des Zuschauers, spielt geschickt mit verwirrenden, ineinander verschlungenen kleinen Handlungsfäden, die häufig nur angedeutet werden, bis sie zum Ende des Films schließlich ihre Auflösung in diesem Mystery-Horror-Krimi Puzzle finden.

Nicht alles wird immer erklärt, vieles zwar gezeigt, aber zunächst im Dunklen gelassen. Durch den gesamten Film zieht sich eine nahezu unheilvoll-düstere Grundstimmung, und obgleich man in jeder Sekunde einen weiteren fiesen „jumpscare“ fast erwartet, so schaffen diese es doch immer wieder, einen zu erschrecken.

Die Atmosphäre in einem der seltsamsten „Häuser“ der jüngeren Genregeschichte hat schon was. Ich wollte dort keine 10 Minuten alleine geblieben sein. „Oddity“ machte mir Angst, und das schaffen weiland nicht mehr viele Filme. Dazu ist der Film gespickt mit zahlreichen, gut gemachten Sets, Objekten & Details, wie zum Beispiel einem Artifakt aus McCarthy's erstem Film. Einem subtil witzigen und augenzwinkernden Hinweis darauf, welche Bedeutung die „Antiquitätensammlung“ der blinden Darcy noch haben könnte …

Um es mit Arthur zu sagen, der die Ansage machte: Es ist recht schwer, viel über den Film zu erzählen, ohne zu viel zu verraten. Es ist gut, dass es keinen Trailer dazu gab, den man sich aus Neugier vielleicht angesehen hätte. Am besten man weiß gar nichts über „Oddity“ und erfreut sich einfach nur daran, herauszufinden, was da eigentlich abgeht.

Für mich eines der bisherigen Highlights der diesjährigen „Nights“. Von sowas darf es sehr gerne bitte noch viel mehr sein. Danke für diesen Film.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

28.04.2024, 09:58



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