Heuchlerische Heimlichtuereivon Leimbacher-Mario | Permalink |
Nachdem sich Benson und Moorhead mit ihren Twilight Zone'igen, eher niedrig budgetierten Mysterystreifen wie „The Endless“ fast eine eigene Nische im Genrezirkus geschaffen haben, ich einiges von ihrem Output auch toll finde, kriechen aus dieser nun auch ein paar ihrer Freunde, Kollegen und Kommilitonen heraus. Mit Michael Felker kommt ihr Cutter und Mit-Produzent nun zu seinem Regiedebüt. In seinen „Things Will Be Different“ schwimmt er in bekanntem Fahrwasser und lässt ein Geschwisterpaar nach einem schiefgegangenen Überfall auf der Flucht vor der Polizei in ein „Zeitloch“ (?) eintreten und einige Zeit zu zweit auf einer einsamen Farm verbringen… Was waren das noch für Zeiten als solche Zeitschleifenbrainfucks oder Mysteryindietipps noch Feuer im Hintern hatten. Ich denke da an „Triangle“, „Cube“ oder „Predestination“. Aber „Things Will Be Different“ hat außer einer soliden Bruder-Schwester-Beziehung als Kern leider überhaupt nichts von deren Leidenschaft, Geschwindigkeit oder Talent Interesse zu wecken. „Lost“ ohne Payoffs. Zwar keine 6, aber dennoch höchst unbefriedigend. Wenig Antworten, bei mir aber auch wenig Lust mehr Fragen zu stellen oder ihn nochmal zu gucken. Ein paar Bilder der Farm und von Sonnenuntergängen sind nett, ein paar Songs bringen zumindest etwas Schwung in die hüftsteife Bauernhofveranstaltung. Über das Hauptdarstellerduo kann man nicht meckern, ihre Chemie und Connection ist da. Vielleicht habe ich sogar manch einen Hering auch einfach übersehen und nicht mitgekriegt, vielleicht wurde er vom Film auch vernuschelt, vielleicht sind andere von der Bruder-Schwester-Beziehung emotional noch deutlich berührter und gepackter als ich. Aber für meinen Geschmack … puh, wie soll ich das einigermaßen freundlich formulieren, war das Magerkost, mit wenig Geld, wenig Ideen, noch weniger Gescheh'n. Einfach ungern geseh'n. Fazit: Mageres Mysterium, solide Bruder-Schwester-Beziehung, wenig Zug oder Ziel oder Antworten… Ich weiß nicht, ob ich noch mehr Leute aus dem Benson/Moorhead-Dunstkreis in der Filmlandschaft brauche… Ist mir zu wenig, zu trocken, zu theoretisch. Zu viel Kopf, zu wenig Herz, zu viel Luft in der Lunge, zu wenig in den Beinen. | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 20.09.2024, 18:42 |
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