Dark Match

„Five Deaths in the Ring, that’s the Thing“

von D.S.
Welcome to Hell: 1988! VHS! Wrestling-Wahn! Frisuren, als wäre die ganze Welt Ostdeutschland! DARK MATCH von Lowell Dean (WOLFCOP) entführt uns in die dunkelste, geschmackloseste Vergangenheit – und schickt uns auf einen höllischen Trip mit einem Trupp spandexbehoster Fake-Fighter, die ihren Lebensunterhalt als Show-Schaumschläger in kanadischen Turnhallen verdienen. Mehr oder minder bullige Wrestler:innen sind all unsere Protagonisten, die in einer Assoziation namens SAW kämpfen und die üblichen Rollenklischees des „Sports“ erfüllen. Wobei sie sehr deutlich in Good Guys und Villains getrennt sind, in „Faces“ und … Nicht-Faces. Zu denen unsere Hauptfigur gehört, die aus Trinidad stammende Miss Behave.

Großes Geld machen sie mit ihren Darbietungen im Allgemeinen nicht – weshalb ihr Manager, der schmierige Rusty, sofort einwilligt, als ihm ein „Dark Match“ mit seinen Stars irgendwo in der tiefsten Provinz angeboten wird, das ihm volle 50.000 Dollar einbringen soll. Vor Ort stellt man dann jedoch sehr schnell fest, dass das Publikum okkult beseelt ist. Und mehr von den Fights erwartet als das gängige Amateurtheater. Hier soll echtes Blut fließen …

Wrestler als Gladiatoren für Satanisten: Was eine wirklich schräge Idee ist, wird von der Filmhandlung erst nach ca. 30 Minuten offenbart. Umso unverständlicher, dass dieser Clou vorab bereits bei der Einblendung des Titels durch einen Offscreen-Kommentar verraten wird (der als Titel dieses Reviews dient). Am Ende aber wohl ziemlich egal, denn wer sich DARK MATCH ansieht, wird schon im Voraus wissen, worauf er sich einlässt.

Neben Story-Überraschungen sind auch Filmkunst und inhaltliches Niveau hier definitiv nicht vorhanden. Und das ist gut so. DARK MATCH ist so etwas wie eine Nachgeburt nerdiger 80er-Jahre-Filmabende von Aussätzigen der Mainstreamkultur. Billigster Look, schäbigstes Produktionsdesign und plumpeste Plot-Entwicklungen inklusive. Kurz gesagt: ein großer Spaß. Für alle, die wissen, dass sie gemeint sind. Die Darsteller haben dabei richtig Bock – und die Schlussszene ist ganz großes Kino. Midnight Madness, wie sie sein soll: Trotz gelegentlichen Tempomangels 6 Punkte und ein fettes Grinsen von mir.
D.S.
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

25.09.2024, 04:15



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