crazy

Marco

Rauchen gefährdet ihre Gesundheit. Miniguns aber auch!

von Jimmyjohnjamesmyer
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Marco ist so eine richtig coole Socke, dass er die Hälfte dieses Filmes in Zeitlupe der Kamera entgegen marschieren, dabei übercool eine halbe Tabakplantage wegrauchen und zwischen den Kampfszenen immer erstmal zum Friseur fahren und sein Marco Eau de Toilette auflegen muss. Marco ist die Personifizierung von Coolness. Marcos Foto ist im Wikipedia Eintrag zu Coolness ganz oben.

Und genau deshalb hat Marco auch seinen eigenen Song, der dauerhaft wie bei einem Wrestling Match aus den Boxen dröhnt in einer ohrenbetäubenden Lautstärke, die euch den Brägen noch weicher klopfen wird als Marco die Armeen von Bösewichten umprügelt oder -ballert.

Marco kann alles ... er beherrscht die stählernen Fäuste genauso wie die Kettensäge, die Äxte und die Miniguns. Was halt so in der Gegend rumliegt wird benutzt, um Bösewichten zu zeigen, wie Marco seine Familie und seinen Hund liebt ... von seinem blinden Bruder nicht anzufangen.

Und hier liegt nun das Problem des perfekt frisierten, kettenrauchenden Rächers der Enterbten. Wie jemand auf die Idee kommen kann einen solchen Film fast 2,5 Stunden langzumachen und dabei immer wieder zwischen einer indischen Telenovela und John Wick nach einem extrem scharfen Curry hin und her zu schwanken, das wird wohl ewig ein Rätsel bleiben. Genauso wie man es schafft ausnahmslos alles so ewig zu wiederholen bis es erst nervtötend und dann unfreiwillig komisch wird. Ohne Humor ist dieser Film nicht zu ertragen, da es sonst die längste Wurzelbehandlung der Welt wäre.

Das ewige Bollywood Drama nimmt jeden Drive aus dem Film und wenn es dann auf die Fresse gibt, übertreibt der Film so dermaßen, dass er ständig über seine eigenen Füße stolpert. Ein perfektes Beispiel ist die "The Raid" Sequenz, die so schlecht und repetitiv geschnitten ist, dass man sich irgendwann bei Opfer 543 langsam in ein Nickerchen verabschiedet, da die Prügelei den Flow einer Mediations CD bekommt.

Und wenn dann das eintrifft, wovor man so ausgiebig gewarnt wurde, wenn es mit der Gewalt so richtig overboard geht. Dann ist man so abgestumpft von 100 Minuten Generve, dass es einem schon fast egal ist, wie böse die Bösewichte ihre Boshaftigkeit unter Beweis stellen können. Lasst euch gesagt sein ... die machen das noch klarer als Marco je seine Liebe zu seinem blinden Bruder bekunden könnte. Und er tut das wahrlich sehr ausufernd. Ich könnte nicht sagen, ob Marco mehr qualmt, in Zeitlupe geht oder seine wahre Brudihaftigkeit bekundet.

In erster Linie ist Marco die längste Marlboro Werbung, die ich je gesehen habe. Ausnahmslos jeder Hauptcharakter hat am Ende des Filmes Lungenkrebs. Leider wird das nicht so richtig thematisiert, wahrscheinlich weil die ganzen Schuss- und Stichwunden dann doch schwerer wiegen.

Mir hat schon lange kein Film mehr so sehr im Kopf geschmerzt wie dieses bildgewordene Zugunglück, das bis zur Aftercredits Szene konsequent dumm bleibt und einem mit glühendem Gangstergold ein riesiges Fragezeichen in die Stirn brennt.

Gott bewahre die Welt vor einem zweiten Teil dieses cineastischen Schlaganfalles.
Jimmyjohnjamesmyer
sah diesen Film im Savoy, Hamburg

07.09.2025, 18:35



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