10x Süßes UND Saures, bitte!von Leimbacher-Mario | Permalink |
Das diesjährige (2025) Kurzfilmprogramm des Fantasy Filmfests… Das Beste seit Jahren? Oder doch „nur“ ein Auf und Ab der halbwegs genretauglichen Amüsgöls? Klare Antwort von mir: Ersteres! Eine exzellente Auswahl, eine der besten, die zumindest ich auf dem FFF je gesehen habe! Selbst wenn vielleicht dieser eine Übertitel und klare Gewinner fehlt… Was meine Wahl zu einer der zögerlichsten ever gemacht hat! Und ein oder zwei Beiträge hätten noch ernster und angsteinflößender sein können. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau. Ich habe einige Jahrgänge in der Vergangenheit kritisiert, abgetan oder für blass befunden - dieses Jahr wurde der Job aber auf jeden Fall richtig gemacht! - Bobblehead - (7,5/10) Die Rache des Wackeldackels auf dem Armaturenbrett… Feiner Dupieux-Light. Lustig. Verspielt. Süß. Tolles Auto. Noch tolleres Zubehör. Vielleicht minimal zu lang. Aber die Schlusspointe, egal wie simpel, sitzt. - Dammen - (5,5/10) Zwei Mädels, ein Shot, viele Fragezeichen… Rudering At Hanging Shock… Der sicher polarisierendste bis fragwürdigste Beitrag des Jahrgangs. Aber er hat seine creepy Aura, das muss ich ihm zugestehen. Wie sie sehen, sehen sie nichts. Grandioses Sounddesign! Ein paar mehr Hinweise oder Blicke auf die Gefahr hätte ich dann aber doch gerne gehabt… Oder habe ich einfach nicht gut genug geguckt? ;) - Defect - (6,5/10) Waschmaschinen leben länger mit … Tentakeln?! Eine Waschmaschine aus Lovecrafts persönlichem Bestand. Annehmbare Effekte. Paar freche Sprüche der Jungs untereinander. Gutes komödiantisches Timing, niederländischer schwarzer Humor. In Ordnung. - Detlev - (8/10) Süße Fernfahrer-Knetstopmotion-Intimität… Sehr persönlich, sehr kantiger Charakterlook, sehr männlich, sehr traurig. Hat mich berührt, kann ich nicht anders sagen. Und zum Schmunzeln gebracht. Weird. Positiv off. Mit Heimspiel und Regisseur bei uns in Köln - kann er stolz drauf sein! - Meat Cleaver! - (7/10) Ein Fleischerbeil im Kopf aufs Vergessen… Nicht immer mein Humor. Teils schauspielerisch sehr steif, dialogtechnisch sehr basic. Und trotzdem eine coole, fast beetlejuice'ige Idee - die erst richtig greift, wenn der Schlenker runter nach dem ersten „The End“ kommt… - Playing God - (8,5/10) Die Schöpfung als schmerzhaftes Zerrbild… Starker Auftakt (zumindest bei uns in Köln). Der Style, der Creepfaktor, die Schmerzen, auch eine gewisse Tragik. Fratzen, Herzen, fehlgeschlagene Existenzen. Im Nachhinein hätte ich wohl lieber dem die Stimme gegeben… - Puzzle - (8/10) Teilchen wechsel dich bei einer Influencerin in zwei Minuten Lebensgefahr… Geniale und maximal flotte zwei Minuten. Konsequent, fix, clever. Wenn eine augenzwinkernde Idee nicht für einen Langfilm reicht (obwohl Blumhouse hätte das sicher/leider geschafft), dann rafft man diese halt so zusammen. Kurzweiliger und vollgepackter geht’s kaum! Richtig cool! - Sisowath Quay - (5,5/10) Ein animiertes Wahnsinnsdate zum Blutsaugen gut… Sehr eigene Vibes, eigener Animationsstil. Eher ein Filter teilweise statt echter Animation. Ein Ahp auf Abwegen. Exotenbonus. Ganz süß und tragisch im Kern. Aber so richtig kam ich nicht rein und an ihn heran, zu lang auch… - Steak Dinner- (7/10) Noch ein Date. Hier mit schleimig-drittem Rad am Wagen… Süße, mitleiderregende „Schnecke“. Erkenntnisse einer Beziehung. Nicht so offen am Ende wie man denkt… Gut! - Whitch - (8,5/10) Die Oma fährt im Wohnzimmer nackt Satanistenmotorrad… Der hat meine Stimme bekommen. Vielleicht der „Letzter Titel“-Bonus. Ein Knall zum Schluss, der Grusel und Lachen unfassbar gut unter einen Hut bringt. Auf den Punkt. Keine Sekunde verschwendet. Selbst wenn's im Endeffekt nur ein ausgeschmückter Witz ist… Hut ab vor der alten Lady! Fazit: Bockstarker Kurzfilmjahrgang - vielseitig, kreativ, genug Genre. Ein wenig echter Grusel hat mir vielleicht gefehlt. Da kann man insgesamt aber nicht meckern! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 22.09.2025, 11:20 |