Something Wicked This Way Comesvon Alexander | Permalink |
Für Menschen, die sich in den prallen Bilderwelten eines Luc Beson, Guillermo del Torro oder Terry Gilliam wohlfühlen, ist „Dust Bunny“ sicherlich ein echter Hingucker, vollgepackt mit audiovisuellen, psychedelischen Eindrücken, wobei sich das alles schon sehr am Rande eines Kinderfilms bewegt. Einen „white rabbit“ gibt es hier nämlich ebenso wenig wie staubiges Pulver, dafür ist der Film zu entschärft und wenig krass genug, und meiner Meinung sogar nahezu Familien-kompatibel, weshalb ich auch die Einstufung als „düsterer Horror“ und „Rated R“ eher weniger antizipiere. Wäre „Dust Bunny“ von del Torro geschaffen worden, es hätte mich nicht minder überrascht. Denn auch im Film von Bryan Fuller überwiegen leider, wie auch bei del Torro oftmals üblich, einmal mehr „style over substance“, machen viele der sehr innovativen Kameraeinstellungen und Set-Designs zwar Spaß, buttert „Dust Bunny“ letztendlich aber einfach eine viel zu dünne Schicht filmisches Fett aufs Brot. Visuell sicherlich Eyecandy, inhaltlich und vom Story-Telling aber doch mehr auf der mageren Margarine-Seite. Für mich einfach nicht genug um im Kinositz abzuheben und „YES!“ schreien zu können. Schade eigentlich. Denn als Fan der Serien „Hannibal“ und „American Gods“ von Regisseur Bryan Fuller, mochte ich deren liebevoll ausgestaltete Set-Designs und Bildkompositionen in mitunter morbiden Formen und Farben schon damals sehr, und bei „Dust Bunny“ erkennt man ähnliche ästhetische Muster der Bild- und Farbgestaltung. Diese nehmen den Zuschauer auf einen wilden Ausflug mit, künstlerisch irgendwo zwischen Art Deco und Alice im Wunderland. Und als bekennender „Foodie“ kann man hier einmal mehr in toll fotografiertem Essen schwelgen, offensichtlich ein Steckfenpferd von Fuller, gab es zu „Hannibal“ wegen der irren food-photography schon seinerzeit ein begleitendes Kochbuch. Selten hat man jedenfalls die chinesischen „Dim Sum“ köstlicher und oppulenter gesehen als in „Dust Bunny“. Auf der Haben-Seite ebenfalls zu verbuchen ist der sehr feinstoffliche „black humour“ des Films, der wirklich an Geschichten von Roald Dahl erinnert und glücklicherweise niemals in irgendeinen Klamauk abzurutschen droht. Und last not least soll der wirklich coole Soundtrack erwähnt werden, mit ganz wundervollen songs und vibes. Irgendwie fühlt sich das alles an, als hätte ein Musical aus dem Drehbuch entstehen sollen, was meiner Meinung gar nicht so verkehrt gewesen wäre. Es würde mich auch nicht wundern, wenn dem Film irgendwann mal ein Theaterstück nachgeschoben wird. Fazit : Inhaltlich und vom story-telling etwas blasser, als die Verpackung verspricht. Trotzdem ein ganz wunderbarer Rausch für Zwischendurch, wie eine psychedelische, bunte Zuckerwatte auf einem Jahrmarkt für Erwachsene. | |
16.01.2026, 08:15 | |
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