crazy

Dolly

Der Puppenspieler vom Inferno

von D.S.
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Gleich vorweg: Mit DOLLY hat Rosebud sich ein wirklich derbes Filmchen rausgepickt. Ich würde sogar so weit gehen und behaupten, dass es sich hierbei um einen der heftigsten Beiträge handelt, die jemals auf dem Festival gelaufen sind – nicht unbedingt (nur) der unmittelbaren körperlichen Härte, sondern (auch) des eiskalt ruch- und tabulosen Tonfalls wegen, der dankenswerter Weise, ganz oldschool, ohne jeden Humor und ohne jede distanzierende Ironie auskommt. Was vielleicht erst mal überrascht, wenn man in der Besetzungsliste einen gewissen Sean William Scott entdeckt, der ja nicht zuletzt als „Stifler“ in AMERICAN PIE bekannt geworden ist. Hier aber ist nichts an seiner Figur und dem, was ihr passiert, auch nur im Ansatz zum Lachen.

Stattdessen verkörpert er einen ganz normalen Typ, Chase, den kennenzulernen wir kaum Zeit haben, alldieweil er schon zu Beginn des Films beim romantischen Waldspaziergang mit seiner Freundin Macy (Fabianne Therese, JOHN DIES AT THE END) einer monströsen Gestalt in einer Babymaske aus Porzellan in die Hände fällt. Die titelgebende „Dolly“ (gespielt vom US-Profiwrestler Max Lindsey aka Max the Impaler) macht mit den beiden kurzen Prozess und entführt Macy in ihre Horrorhütte – schließlich hat sie schon lange nach einer Barbie-Prinzessin gesucht, die sie bemuttern kann. Für die junge Frau beginnt ein Martyrium aus Pein und Perversionen, das schier nicht enden will.

Nachdem er die Vorlage für den Blumhouse-Hit NIGHT SWIM gedreht hat, packt Rod Blackhurst hier drei Zentner mehr aufs Gaspedal. DOLLY ist wirklich nichts für empfindliche Gemüter, für den Genrefan aber ein Fest. Bei dem Sean William Scott echte Nehmerqualitäten zeigt. Ein schöner Sicko, für mich knappe 7,5 Punkte wert. So was bekommt man heute einfach nur noch viel zu selten zu sehen.
D.S.

18.01.2026, 04:13



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