It’s all in your Headvon D.S. | Permalink |
Filmexperiment Nummer paarhundertachtunddreißig von Mickey Reece ist ein ganz, ganz eigenes Ding. Dürfte vermutlich vor allem denen gefallen, die ein Herz für Indie-Kino weitab der etablierten Regeln haben, denn allein schon in seiner formalen Umsetzung lässt sich EVERY HEAVY THING nur schwer nach gängigen Rastern kategorisieren. Was mit dreckiger, geradezu etwas billig oder gar amateurhaft wirkender 80er-Slasher-Bildsprache beginnt, entführt uns bald wie aus dem Nichts mit halluzinatorischen Low-Fi-Licht- und Farb-Effektorgien regelmäßig in eine lustvoll delirierende, handgemachte Digitalwelt – in der wir auf einen schrecklichen Crash zurasen. Das klingt nicht nur seltsam und widersprüchlich, das ist es auch. Aber ganz egal, dieser psychedelische „Technothriller“ entwickelt Sogwirkung und sorgt dafür, dass man nach anfänglicher Distanz oder Irritation ziemlich gebannt auf die Leinwand starrt. Was auch mit der spannend verworrenen Krimi-Handlung zu tun hat, die sich um das Schicksal von Anzeigenverkäufer Joe dreht, der ins Blickfeld eines brutalen Serienmörders gerät … und, ganz buchstäblich, in sein Bewusstsein. Bei der Umsetzung sind mehr als leichte Neo-Noir-Anklänge unübersehbar, speziell einige Kunstwerke von David Lynch standen recht offensichtlich Pate. Passend dabei, dass Hauptdarsteller Josh Fadem erstmals durch seine Rolle als „Phil Bisby“ in TWIN PEAKS: THE RETURN größere Bekanntheit erreichte, und dass Ikone Barbara Crampton einen Kurzauftritt als bezaubernde, BLUE VELVET-like Chanteuse hinlegt. Ein bizarrer Technik-TWIN PEAKS für die Neuzeit, zwischen analoger Angst und Hyper-KI-Panik, mit tollem Synth-Score. Gute 7/10. | |
18.01.2026, 15:11 | |
|
Weitere Informationen (externe Links): | |||||