crazy

Dolly

Dolly-Buster!!!

von Leimbacher-Mario
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„Dolly“ ist waschechtes, freakiges und bitterböses Terrorkino, wie es gefühlt in dieser Radikalität, Geradlinigkeit und abgefuckten Hochwertigkeit (!) heutzutage immer seltener wird… Der gekippte und garstige Backwoodslasher zeigt eine junge Frau, die von einem massiven Verfolger mit einer creepy Puppenmaske durch den Wald gehetzt bzw. entführt wird - weil diese bizarre Alptraumgestalt sie scheinbar als „Baby“ halten und aufziehen will…

Stiflers Mom'ster

Natürlich findet man auch in und an „Dolly“ noch viel von Tobe Hoopers texanisch-öliger DNA, doch auch tiefere Schnitte des Grindhousekinos werden rigoros aufgenommen (etwa „The Baby“ (1973), die „New French Extremity“, „Dolly Dearest“ oder Stuart Gordons „Dolls“). „Dolly“ ist rau, radikal und richtig böse. Keinesfalls nur eine Kopie seiner Vorbilder. Er wandert nicht auf ausgetrampelten Waldwegen. Auch, aber nicht nur. Und er schmerzt überraschend nicht rein körperlich, sondern auch psychologisch und seelisch, wenn man es denn darauf ankommen lässt und etwas hinter die Maske der „Monstermama“ schielt. Die 82 Minuten Laufzeit sind perfekt. Für mich ist das adrenalintreibende und dreckigste Midnight Madness, wie sie sein muss und z. B. auch das Fantasy Filmfest nie ganz aus den Augen verlieren und fallenlassen sollte. Die Maske hat Kultpotenzial. „Dolly“ gleicht einer Abrissbirne, einem Vorschlaghammer, einer Spassbremse - die dem richtigen Publikum dennoch eine Menge Spaß machen kann und wird. Da bin ich mir sicher! Denn ganz humorlos und furztrocken ist das alles auch ganz und gar nicht, denn viele Dummheiten, Klischees und „WTF?!“- oder „Oh no!“-Momente macht er ganz bewusst - und das Publikum rastet aus! Selbst wenn es dabei ein ums andere Mal auch himmelhoch jauchzend mit dem Kopf schüttelt. Aber das gehört zum Spiel. Sich trennen, hinfallen, in den Keller gehen, Waffe wegschmeißen - alles inklusive! Und ein Joke bleibt ein Joke, egal wie pervers oder plump oder plemplem er sein mag. „Dolly“ werdet ihr ziemlich sicher auf den Klapptischen der zukünftigen Filmbörsen in wattierten Mediabooks sehen. Da ist etwas für die „Wrong Turn“-Crowd. Ein Gourmethappen der Garstigkeiten, dessen Ellenbogen sogar für die harten 00er oder die grimmigen 70er noch scharf genug gewesen wären - und der heutzutage dadurch natürlich nochmal umso krasser ins Auge fällt und wunderbar dahin geht, wo es weh tut!

Baby Born… Died!

Fazit: „Dolly“ ist brutalstes und diabolisch grinsendes, grenzdebiles Puppentheater. Und ich liebe jede Minute davon! Stumpf ist hier Trumpf! Stylisch, körnig, bescheuert, heftig und gar nicht so sehr ohne Augenzwinkern wie man meinen könnte. Da kippt sicher manch ein Kiefer auf den Boden… Alter Wein gekonnt durch refurbishte Schläuche geleitet. Ein Highlight des aktuell gebeutelten, gesunkenen und gefederten Terrorkinos. Ein Bastard von Backwoodbabyboomer. Eine mutterlose Mitternachtsmonstermaschine!
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

25.01.2026, 01:03



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