Deathgasm: Goremageddon

Im Loosertum angekommen

von Leimbacher-Mario
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„Deathgasm“ ist nun auch schon wieder 10 Jahre her (!) und war damals ein großer, kindlicher Splatterspaß mit Festivalmeute im Rücken. Doch selbst zu Hause alleine hat er bei einem Rewatch noch genug gezogen, wenn auch nicht mehr ganz so wie im Kino. Jedenfalls kommt jetzt (endlich?) die Fortsetzung, „Deathgasm 2: Goremageddon“, in der unser rockiger, dämonenschnetzelnder Held und weiterhin Außenseiter seine mittlerweile verstorbenen Bandkollegen mithilfe eines teuflischen Buches zurückholen will - und dabei selbstredend erneut die Hölle auf Erden loslässt…

Necrorockimon

Die große Frage vor „Deathgasm II“ war: Funzt das heute noch oder bin ich (oder gar die ganze Welt) dieser unreifen aber geilen In-Your-Face-Mixtur entwachsen? Metal + Rotzhumor + Splatterhorror = Immer noch ein Hit? Und die Antwort kann man kurz und knapp halten: Nein! Leider nein, leider gar nicht. Während ich im Original nicht weniger als einen waschechten Erben Peter Jacksons gesehen habe, wirkt „Deathgasm 2: Goremageddon“ leider eher wie ein minderbemitteltes Fanprojekt und ein Sequel, dass jetzt scheinbar noch unbedingt schnell musste, aber nie wirklich konnte. Wenn ihr versteht, was ich meine. Aber jeder, der „Deathgasm II“ sieht, wird das irgendwie verstehen - die Magie, die Chemie und der Moment in Time des Originals, alles irgendwie weg und in der Luft zerfetzt. Pipimannhumor als Dauerzustand. Ein Tonmix aus der Hölle. Plus die dreckige neuseeländische Aussprache. Eher Wannabes als echte Rocker. Eher Looser, denen man das Loosen gönnt, statt das Gewinnen im Leben. Selten haben sich Charaktere für mich dermaßen falsch abgebogen angefühlt. Und insgesamt hechelt das einfach meilenweit hinter seinem Vorgänger hinterher, dass es einfach eher traurig als witzig ist. Das ist ein Druckabfall und ein Verhältnis wie wenn ein Werwolf zuerst in London und dann später in Paris unterwegs ist - dazwischen liegt wesentlich mehr als nur der Ärmelkanal! Ich würde lügen, wenn ich sage, „Deathgasm II“ hätte mich null zum Lachen gebracht. Aber diese Momente waren viel zu rar, zerstreut und mitleidig. Selten hatte ich im Kino krasser und sprachloser das Gefühl, dass nur ungefähr jeder achte Joke halbwegs landet. Und selbst das nur auf zittrigen und unsicheren Beinen. „Deathgasm II“ in dieser Form hätte es echt nicht gebraucht und das scheint mir auch eine dieser brutal danebenschießenden Fortsetzungen zu sein, die sogar den Ruf des Originals gehörig ankratzen… Und das alles wohlgemerkt mit einem Genrefilmfestivalpublikum im Rücken, das das Ding spürbar lieben wollte - aber einfach nicht konnte…

Schrott Children vs. The Zombieworld

Fazit: A New Zealandian Zombie in Nowhere Land… Das Original ist ein moderner Splatterklassiker. Dieses Sequel spielt drei Klassen tiefer und ist eine echte Enttäuschung. Unreif, verspätet, platt. Da war die Luft schon längst raus…
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

26.01.2026, 00:02



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