crazy

Nightborn

Nature versus Nurture

von Herr_Kees
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Geburt, Mutterschaft und postnatale Depression waren in den letzten Jahren beliebte Genrethemen, von SERVANT über NIGHTBITCH bis zu DIE MY LOVE. Hanna Bergholm, deren äußerst gelungenes Regiedebut HATCHING ebenfalls schon eine Art Mutterschafts-Creature Feature war, fügt dem Thema jetzt noch Motive aus dem finnischen Folkhorror hinzu: Wer sein Kind in den verwunschenen Wäldern Finnlands zeugt, braucht sich nicht wundern, wenn nach neun Monaten kein gewöhnliches Baby auf die Welt bringt, sondern eben – Kura, ein „Kind der Nacht“, so der Originaltitel.

Es kommt, wie es kommen muss, der Teufelsbraten schreit und schreit, will nachts nicht schlafen, verträgt kein Sonnenlicht und nuckelt beim Stillen, bis köstliches Blut kommt. Die Eltern kommen an den Rand der Verzweiflung und auch darüber hinaus. Mutter Saga wird von einer tollen, famos aufspielenden Seidi Haarla verkörpert, die bei uns noch weitgehend unbekannt ist, Papa Jon wird gespielt vom armen Rupert Grint, der es nach dem Wechselbalg in SERVANT jetzt schon wieder mit einer schwierigen Kindersituation zu tun bekommt und dieser auch hier nicht wirklich gewachsen ist.

Wie in jedem guten Horrorfilm wird das „Monster“ zunächst kaum gezeigt, je mehr man von „Kura“ sieht, desto mehr fallen leider die schlechten Computereffekte ins Gewicht, die auch im Finale nochmal massiv eingesetzt werden und immer wie Fremdkörper in einem ja eigentlich sehr naturbetonten Film wirken.

So ist NIGHTBORN ein solider Eintrag in einem Subgenre, zu dem er leider nur wenig Neues beizutragen hat. Es wäre wünschenswert, die Regisseurin würde sich für ihr nächstes Projekt wieder ein unverbrauchteres Thema vornehmen.
Herr_Kees
sah diesen Film im das Metropol, Stuttgart

26.04.2026, 23:49



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