crazy

Odyssey

To Live & Let Die

von Alexander
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Wie sich die Zeiten doch ändern können. Hatte ich erst vor 10 Jahren in meiner damaligen Review zu Gerard Johnsons ultrakrassem „Hyena“ ein Feuerwerk des tiefen Lobes abgefeiert (könnt ihr hier nachlesen!), so muss ich mich bei seinem neuen Werk „Odyssey“ doch etwas zurückhalten. The times, they are a changing.

Man mag Johnson nicht vorwerfen, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen oder denselben krassen Shit einfach nur reproduzieren zu wollen, so weit möchte ich wirklich nicht gehen. Aber was er mit dem sicherlich nicht schlechten „Odyssey“ rausgehauen hat, trifft einfach nicht genauso genial ins Mark wie seinerzeit „Hyena“.

Der Film verlangt sehr viel Geduld vom Zuschauer. Dabei würde ich nicht einmal so weit gehen zu sagen, dass die „Einleitung“ etwas zu lange geraten ist. Eigentlich ist der gesamte Film eine exzessiv gedehnte, mitunter ermüdende, dabei aber niemals langweilige Geschichte, die auf einem Folter-Streckbrett bis ins Unerträgliche gezogen wird.

Eine „downward spiral“ einer zugekoksten Karrierefrau, die im wahrsten Sinne des Wortes „über Leichen gehen wird“ um ihre Ziele zu erreichen.

Die schmutzig-grobkörnig dargestellte, dreckige und abgrundtief böse inszenierte Geschichte ist zugreifend, packend, böse und verstörend inszeniert. Nach diesem Film dürfte man vielleicht auch so manch einen Immobilienmakler mit anderen Augen sehen.

Dem geduldigen Zuschauer wird am Ende eine ultrabrutale Gewaltexplosion quasi als „Belohnung“ präsentiert. Nur bin ich mir nicht sicher, ob annähernd 2 Stunden von kontrovers erzähltem, und stellenweise etwas drögem Drama, diesen Befreiungsschlag wirklich rechtfertigen, so blutig (wie kurz) er auch in Szene gesetzt wurde.

Was Regisseur Johnson dann aber wirklich beherrscht sind die abgefuckten Bilder vom Londoner „Underground“, die man so eigentlich nicht wirklich sehen möchte, von in dreckigen Pubs mäandernder Halbwelt, von brutalen Menschen die nichts mehr zu verlieren haben und nach viel Alkohol und Koks einfach nur die Menschen abmetzeln, die für sie keinen Gewinn mehr bringen.

Fazit: Wie immer bei Johnson: Harter Stoff, diesmal aber nur für „Geduldige“.
Alexander

30.04.2026, 19:33



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