Der Wachs ist ab, der Lack noch lange nicht!von Leimbacher-Mario | Permalink |
„Wax Mask“ sollte eigentlich noch von Lucio Fulci gemacht werden, doch dann sprang nach dessen Tod Sergio Stivaletti beherzt ein und brachte echt etwas richtig Ordentliches auf die Beine, wenn wir einem monströsen Killer folgen, der die Straßen und Wachsmuseen von Paris sowie Rom zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts mit Leichen füllt… James Camerons House of Wax Von Argento präsentiert, von Fulci angedacht, von vielen von deren Erben im Geiste zu Ende gebracht… Eigentlich müsste es kaum wundern, dass „Wax Mask“ alles andere als übel ist. Aber richtig auf dem Plan hatte ich ihn bisher nicht. Und einer der ganz Großen seines Fachs ist er sicher auch nicht. Trotzdem hat er mir echt Laune gemacht und mich mit etlichen Dingen bei der Stange gehalten. Das historische Setting, die attraktiven Damen, die ansprechenden Splattereien und weiteren kreativen Effekte, die Zitate auf andere Horrorklassiker, die cheesige Aura dieser Italoepoche, eine durchaus amtliche Atmosphäre. Und insgesamt ein bizarres Potpourri an Ideen, Stilen und Subgenres. Mal „House of Wax“, mal Jack the Ripper, mal „Terminator“, mal „Frankenstein“, mal Bram Stoker und mal James Cameron. Mal Gothic Horror und mal Sci-Fi-Slasher. What?! Ein grandioses Mumbojumbo. Mutig und kurios. Und somit macht all das mir viel mehr Spaß als es eigentlich als konfuser Mix und schwierigkeitsgeplagte 90er-Italo-Produktion jegliches Recht hätte. Aber es ist nun mal so! Eine Oper aus Wachs, Blut und Quatsch Fazit: „Wax Mask“ ist ein schönes Beispiel dafür, dass die italienische Horrorfilmindustrie selbst am Boden und entgegen etlicher Hindernisse noch kleine Perlchen herausbringen konnte. Was für ein wilder und adretter Cocktail der Geschmacklosigkeiten! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 12.06.2026, 15:41 |
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