Mārama

Kulturelle Enteignung

von Herr_Kees
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73 Tage dauerte die Reise, die Mary von Neuseeland nach Großbritannien auf sich genommen hat, um etwas über ihre Familie zu erfahren. Doch der Mann, der ihr die mysteriöse Einladung schickte, ist zwischenzeitlich verstorben. Sein Freund Nathaniel Cole bietet ihr eine Position als Lehrerin für seine Enkelin Anne an. Ihr Vater – sein Sohn – ist dem Alkohol verfallen und zu kaum etwas zu gebrauchen. Mary, eigentlich Mārama, ist Maori und Cole scheint ein wahrer Verehrer des Volkes zu sein. Er hat sogar ein original Maorihaus transportieren und auf seinem Anwesen errichten lassen. Schon seit ihrer Ankunft wird Mary von Träumen und Visionen heimgesucht, die wie Flashbacks in ein früheres Leben erscheinen und deren wahrer Hintergrund bald offenbar wird.

MARAMA ist eine kolonialhistorische Rachegeschichte, ein bisweilen bildgewaltiges gothisches Schauerdrama, ein Horrorfilm, der seinen Schrecken aus der Konfrontation mit einer allzu realen Historie zieht.

Als Mysterythriller taugt der Film nur bedingt, zu offensichtlich ist nach kurzer Zeit, welche Art Beziehung zwischen den Protagonisten besteht und dass der Aufdeckung des grausamen Geheimnisses eine nicht minder grausame Konsequenz folgen wird. Wer sich jedoch einlässt auf die zum Teil etwas pathetisch und plakativ folkloristisch inszenierten Traumvisionen und wer die starke Performance Ariana Osbornes zu schätzen weiß, wird mit einem poetisch-grausigen Period Drama belohnt.
Herr_Kees

14.07.2026, 18:34



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