Leviticus

Hiebe deinen Nächsten

von Leimbacher-Mario
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„Leviticus“ aus Down Under stellt einige Klischees auf den Kopf und auf den ersten Blick aufsehenerregendere Horrorproduktionen des Filmjahres in den Schatten, wenn wir einem schwulen jungen Mann in einer Kleinstadt und religiösen Gemeinschaft in Australien folgen, dem eine tödliche dämonische Entität zu schaffen macht, die sexuell zuerst immer äußerst forsch und attraktiv auftritt - und dabei immer so aussieht, wie die Person, zu der man sich momentan am meisten hingezogen fühlt und von Außenstehenden nicht gesehen werden kann…

Clit Follows

Dass „Leviticus“ inklusive Abspann in unter 90 Minuten in's Ziel kommt und trotzdem alles auf den Punkt bringt und erzählt, was er erzählen will, rechne ich ihm hoch an. Filmisches Fett ist hier Fremdsprache. Und jegliche langsamere Passagen im ersten Drittel werden sensibel dafür benutzt, die Jungs einzuführen und grundsätzliche Sympathien aufzubauen. Und wenn danach der Schrecken losgeht, sitzt deswegen jeder Schlag umso sicherer, trifft umso härter. „Leviticus“ ist absolut kein Arthouse - aber genauso wenig blumhousig Mainstream. Er surft genau die richtige Welle dazwischen - und ist für mich eine der runderen Horrorproduktionen des Jahres. Und in schwulen Filmfankreisen sogar sicher mit Zeug zu noch mehr. Hochwertig, nie hochnäsig. Klar, trotzdem (positiv) diskussionswürdig, gerade durch den (religiösen) Umerziehungsaspekt. Mit frischen Gesichtern und mutigen jungen Männern. Mit einem echt ekligen Gefühl der Unsicherheit, Verletzlichkeit und Verfolgung. Mit Dampf in genau den richtigen Gassen. Mit wenig bis gar keinen JumpScares. Und sogar einem runden Ende, dass alle seine Bälle konzentriert fängt und auch die fantastischeren Aspekte gekonnt abschließt - und das sogar knackiger und intern logischer als manch vergleichbare Produktion. „It Follows“ meets „Super Dark Times“ with a gay twist… Hat mir enorm „Spaß“ gemacht!

Fazit: Starkes, schwules und intimes Horrorkino aus Australien. Ein zukünftiger queerer Klassiker?! In jedem Fall ziemlich on point und creepy - Letzteres weit über den Film und die eigentliche Handlung, die monströse Gefahr hinaus…
Leimbacher-Mario

01.08.2026, 01:02



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