Summer Wars

Digitale Sternschnuppen

von Leimbacher-Mario
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„Summer Wars“ kombiniert Animemelancholie und Videospieloverkill - und das die meiste Zeit mit Erfolg! Klar sollte das Studio Chizu in den Folgejahren noch hübschere, komplettere und bessere Filme machen, doch auch „Summer Wars“ ist auf jeden Fall ein Guck- und Nachholtipp für Animefans (eventuell im Idealfall mit Gaming-Softspot), wenn wir einer virtuellen Welt folgen, die nicht nur die sensiblen Schicksale von drei in den Sommerferien reisenden Schülern in der realen Welt beeinflusst, sondern sogar die komplette Welt gefährden und hinter's Licht führen könnte…

OZ - The Fake & Powerful

„Summer Wars“ hat sowohl erzählerisch wie auch visuell zwei Ebenen - die (traditionsreiche wie labile) reale Welt und die (beeinflussbare) Virtual Reality, die nun eben gefährlich um sich greift und auch (mindestens metaphorisch oder indirekt) in die echte Welt einzufallen droht. Flott erzählt und quirlig sind beide Schichten, visuelle Kniffe und Einfälle gibt’s auch hüben wie drüben, aber ich muss sagen, dass ich vor allem die quantitativ spärlichen Collagen in der „Internetcommunity“ wirklich visuell betörend finde. Der emotionale Kern wiederum liegt deutlich in der realen Welt. Und beides unter einen Hut zu bekommen fällt „Summer Wars“ nicht immer spielend leicht. Das fährt dann lange Zeit eher zweigleisig und parallel, ohne gänzlich rund zu wirken und zu verlaufen. Und da dieser emotionale wie kreative Schrotflintendoppellauf eben manchmal hier wie dort Ladehemmungen hat, öfters auch mal falsche Töne und Balanceprobleme bekommt, würde ich „Summer Wars“ als komplizierte „Familien- wie Coming-of-Age-Geschichte“ (?!) leider nicht ganz nach oben in den Animepantheon hängen. Und trotzdem habe ich weite Teile von ihm grandios genossen. Vor allem, wenn's thematisch um Identitätsdiebstahl und den Einfluss des „Internets“ auf die reale Welt geht, trumpft die Produktion auf. Das begabte Studio hat später nur eben erzählerisch noch besser die Töne getroffen und schärferen Kurven genommen…

Seiner Zeit voraus

Fazit: Bunt, voll, kreativ und nicht leer. Eine feine Fusion aus Anime und Videospiel. „Summer Wars“ besitzt das gewisse Etwas - ist aber noch nicht ganz ein „Paprika“ oder „Tekkonkinkreet“! Dafür werden auch die Möglichkeiten des digital-unendlichen „Kreativkosmos'“ viel zu wenig genutzt… Trost in the Shell. Ein bisschen „Dragonball Z“, ein bisschen „Beastars“, ein bisschen „Only Yesterday“.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Cinedom 10, Köln

06.08.2026, 18:19



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