crazy

Hokum

Eine simple Geschichte, sehr kompliziert erzählt

von Alexander
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Regisseur Damian McCarthy überraschte uns Mysteryfreunde vor einiger Zeit mit seinem erfrischend „anderen“ FFF-Debut „Caveat“. Auch der Nachfolger „Oddity“ war ein kurzer, knackiger Grusler, an dem ich ebenfalls große Freude hatte.

Mit seinem nunmehr dritten Beitrag auf dem Fantasy Filmfest, „Hokum“, bleibt er erneut seinem Stil treu, und wieder sieht man sich mit einem nicht wirklich greifbaren Mysterium konfrontiert, hängt sehr viel Rätsel und Mysterygrusel in der Luft. Nur wurde diesmal eine eigentlich simple Geschichte unnötig langgestreckt und zu einem auf annähernd 2 Stunden aufgeblasenen, langen Film aufgebläht, der sich zieht wie zäher, irischer Kaugummi. Dies nimmt „Hokum“ in erster Linie sehr viel von seiner Spannung, und ist aufgrund einer äußerst redundanten Erzählweise und dem minimalistischem und pathologisch unterbelichtetem Setting nach bereits kurzer Zeit außerdem noch recht ermüdend.

Wenn der Protagonist fortwährend durch die eigentlich immer selben, engen und permanent schwach ausgeleuchteten Zimmer, Räume, Fahrstühle und Gänge mäandert, mag sich beim ein oder anderen Zuschauer vielleicht ein gewisses klaustrophobisches Gefühl einstellen, zumindest bei mir kam aber leider so gar keine Gruselstimmung auf. Die Atmosphäre sitzt zwar einigermaßen, aber auf Dauer langweilten mich die immer gleichen Bilder des Hotels, das auf mich eher die Wirkung einer muffigen Zigarrenlounge hatte, denn die eines bedrohlichen Gemäuers. Sowohl das Setting als auch die Story bieten einfach zu wenig Abwechslung und werden der sehr langen Spielzeit in keinster Weise gerecht.

Auch kommt die Geschichte nie so recht voran, der Film nicht vom Fleck, tritt permanent auf derselben Stelle. Es fehlt an erhellenden, interessanten oder be„geisternden“ Ideen. Dunkle Flure und Fahrstühle alleine machen eben noch keinen guten Mysteryfilm. Offensichtlich war diesmal mehr Geld für die Produktion vorhanden, es sollte wohl von allem die XL-Fassung werden. Für mich hat sich McCarthy an „Hokum“ dabei allerdings verhoben. WENIGER wäre hier deutlich mehr gewesen und offensichtlich ist nicht überall wo „McCarthy“ draufsteht, auch McCarthy drin.

Nachdem ich die beiden ersten Filme des Regisseurs wirklich sehr mochte, lies mich „Hokum“ mehr als nur ein bisschen enttäuscht zurück. Vielleicht, weil die Erwartungshaltung zu hoch lag? Und obwohl ich mich auf den Film eigentlich freute, hatte ich danach einfach nur das Gefühl, zwei Stunden lang allenfalls bei der Besichtigung eines historischen Bauwerkes dabei gewesen zu sein, statt einen Horrorfilm gesehen zu haben. Während mir „Oddity“ noch richtig Angst einzujagen vermochte, wirkte „Hokum“ eher wie eine Schlaftablette.

Eine ermüdende Mogelpackung, eine Art „Hexen-Haunted-House-Magic Mushrooms-Megamumpitz". Und ein Stresstest für den Zuschauer.
Alexander

12.08.2026, 07:35



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