crazy

The Plague

Viel Geplansche um Nichts

von Alexander
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Eine Gruppe Jugendlicher um den „Anführer“ Jake hänseln zum einen den Sonderling Eli wegen dessen Hautkrankheit, als auch den etwas naiven Ben, der gerne „dazu“ gehören würde und nicht versteht, warum er verarscht und zurückgewiesen wird. Während sich Sonderling Eli immer mehr in sich selbst zurückzieht, biedert sich Ben trotz Kränkungen der Clique weiter an. Die Situation schaukelt sich immer weiter hoch, bis sie irgendwann komplett zu eskalieren droht…

Kinder können ja so fies sein. Und Jugendliche auch. Bullys sind selten beliebt. Heulsusen allerdings auch nicht. Einen Film darüber zu machen, wie junge Menschen darunter leiden, von einer Gruppe nicht nur ausgeschlossen, sondern regelrecht tyrannisiert zu werden, ist sicherlich ehrenhaft. Doch blieb „The Plague“ etwas hinter meinen Erwartungen zurück, die bedingt durch diverse Lobpreisungen nicht ganz niedrig waren.

Da ist sehr vieles, das junge Menschen in Schulen an Mobbing erleben müssen, deutlicher fieser und gemeiner, als dieser eigentlich etwas zu zahm geratene Film.

Die meisten der Knirpse waren mir dazu auch noch so bock sympathisch und kamen mit ihrem schrägen Humor und grenzdebilen Sprüchen so goldig rüber, das es mir sogar schwerfiel, ihnen alle ihre Taten übelzunehmen. Vielmehr musste ich in der ersten Hälfte des Films sogar oft laut lachen, bei dem Quatsch den die Teenies da trieben. Die Charakterzeichnungen waren einfach nicht fies genug, da gibt es zum Thema Mobbing wahrscheinlich noch deutlich härteres Filmmaterial.

An einer Stelle des Films sagt auch ein Junge zu Ben „Ist es Dir denn nie in den Sinn gekommen, das wir einfach nur Blödsinn machen wollten?“. Gruppenzwang, mangelnde Reife, die Entdeckung des weiblichen Geschlechts, & Witze unter der Gürtellinie. Junge Jungs im „Sommercamp“ ohne Eltern wollen halt auch mal die „Sau“ rauslassen. Manches wird dadurch entschärft, anderes relativiert. Man nimmt den Kids ihre Bösartigkeit einfach nicht ab. So geht einem „The Plague“ zwar ans Herz, nicht aber unter die Haut.

Insgesamt ein recht arthousiger Beitrag mit zahlreichen gewollt künstlerischen Bildern, einer intensiven Tonspur und vielleicht auch einem Schuss lahmen Leerlaufs. Und trotz dieser einen Szene, die physisch sehr weh tut, zumindest psychisch einfach nicht hart und gemein genug, um lange nachzuwirken. Denn echtes Mobbing tut deutlich mehr weh, als dieser Film.
Alexander

16.08.2026, 17:58



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