Buddy

Sesame Street goes Splatter

von Alexander
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Wir tauchen ab Minute Eins in eine plüschige und quietschbunte Fernsehdeko fürs Kinderfernsehen ein, wo alles ein Gesicht hat und sprechen kann, vom Rucksack, über den Briefkasten „Mr Mailbox“ bis zur goldigen Kinder-Eisenbahn, und sogar den knuddeligen und sprechenden Blümchen. „Die Sendung mit der Maus“ trifft auf die „Sesamstraße“.

Es könnte alles so wunderbar sein, in diesem kunterbunten Kinderparadies, das eine Weile bewusst im alten „TV-Format“ auf die Leinwand so vollkommen übertrieben süß psychedelisiert wird, das sich nicht nur Menschen mit Diabetes reflexartig wegducken dürften.

Wenn da nur nicht dieses orangefarbene, flauschige und leider ebenso psychopathische Plüsch-Einhorn wäre, das dem fröhlichen Treiben nur solange ein Maskottchen sein mag, solange es keine Widerworte von den kleinen Plagen gibt. Dann aber wehe und oh weia!

Dieser Beitrag des Fantasy Filmfests dürfte weiter weg von „Familienkompatibler Unterhaltung“ sein, als das Texas Chainsaw Massacre. Allerdings sollte der Horrorfreund seine Erwartungen etwas herunterschrauben, denn dieser als Episodenfilm mit mehreren Meta-Ebenen angelegter Blödsinn ist weniger „blutig“ als erwartet, und die zerstörerische Wut des Plüsch-Einhorns resultiert zunächst auch mehr in der grotesken Malträtierung von „Mr Mailbox“ und der lieben Kinder-Eisenbahn ... doch keine Sorge, es kommt noch schlimmer.

Das alles ist eigentlich grenzwertiger, oftmals langweiliger, Murks und wie bei einem Verkehrsunfall mag man schon nach kurzer Zeit gar nicht mehr hingucken, kann aber auch nicht wirklich wegschauen.

Insgesamt hat der quietschbunte aber nur leidlich unterhaltsame „Buddy“ weniger Substanz als die Burgerbuns von McDonalds und die Handlung passt auf einen halben Untersetzer für einen Kindermuffin. Aber das ist dann irgendwie auch schon Nebensache.

Okay, es gibt ein paar „running gags“ bei denen ich wirklich lachen konnte, die sich wegen ihrer Wiederholung allerdings doch recht schnell abnutzen. Wie ein vollkommen aus dem Ruder gelaufener Kinderfilm „gone wrong“ auf LSD, aber genau so sollte der Film wohl auch rüberkommen. Nur in Endlosschleife ist das irgendwann halt doch sehr ermüdend, dann aber wiederum so grenzenlos doof, das es auf irgendeine verrückte Art und Weise auch schon wieder einmalig ist.

Was es schwer macht, diesen Schwachsinn irgendwie objektiv zu bewerten.

Dieser Film ist nicht der absolute Rohrkrepierer, den ich nach den ersten 20 Minuten erwartet hatte (Ja! Es WIRD danach besser!), aber trotzdem bleibt „Buddy“ wohl der größte Genre-Thrash seit Jahren. Wegen der „originellen“ Idee gibt es 5.5 Gnadenpunkte von mir. Ich bin mir allerdings jetzt schon sicher, dass so manche ihn als „Instant Cult Classic“ abfeiern werden.
Alexander

03.09.2026, 16:27



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