Bonnie & Clyde auf Valiumvon Alexander | Permalink |
Auf Hochglanz etwas zu glatt poliertes Gangsterpärchen-Roadmovie, mit zwar sehr viel Charme, aber etwas zu viel Lovestory und viel zu wenig Drama und Biss. Sehr gefällig und mainstreamig inszeniert, in schönen aber irgendwie zu aalglatten Bildern, die wirken wie aus einer 90er Jahre Fernsehserie. Da waren mir Genre-verwandte und dreckigere Filme mit Ecken und Kanten, wie z. B. „Kalifornia“, „Natural Born Killers“ und Konsorten, und sogar die Mutter dieses „Genres“, nämlich „Boney & Clyde“ dann doch sehr viel lieber als dieses Weichspülprogramm. Natürlich macht „Carolina“ irgendwie Laune und es hat schon seine Reize dabei zuschauen zu können, wie eigentlich harmlose Menschen wegen einer immer größer wachsenden Gier nach Geld, ihr Leben wegwerfen und zusehends auf die schiefe Bahn geraten, ihre Taten dabei aber in einer Art „Robin Hood“ Manier mit sehr viel Küchen-Psychologie, die in recht intelligenten Dialogen zumindest in der ersten und noch einigermaßen interessanten Hälfte des Films, zugegebenermaßen mitunter recht amüsant inszeniert wurden, vor sich selbst und der Gesellschaft zu rechtfertigen versuchen. Ich muss gestehen ein Fan von in den USA spielenden „Roadmovies“ zu sein. Ich liebe diese Idee von Freiheit, in einem fetten „muscle car“ Gas zu geben und die inneren Triebe alleine das Schicksal bestimmen zu lassen um sich schockverliebt in einem V8 von Bundesstaat zu Bundesstaat treiben zu lassen, ohne ein wirkliches Ziel vor Augen zu haben, ohne Moral und ungebunden irgendwelcher Restriktionen, einfach die Sau rauslassen zu können. Ich bekomme bei solchen Filmen dann meistens glänzende Augen. Doch obwohl ich so ticke, hat der Film bei mir leider nicht die richtigen Knöpfe gedrückt. Und ich bekam definitiv keine glänzenden Augen. Das war mir alles einfach zu nett, zu flach, zu zahm und mit viel zu wenigen echten, emotionalen und starken Momenten inszeniert. „Carolina Caroline“ ist dann auch mehr Lovestory als Gangstermovie, mehr Liebesromanze als Thriller, mehr Beziehungsdrama als Roadmovie. Der Fokus des Films liegt definitiv auf der Beziehung zwischen Kleinganove Oliver und sexy Caroline. Zwar stimmt die Chemie zwischen Samara Weaving und Kyle Gallner von der ersten Minute an, aber irgendwann langweilte mich das grenzenlose Getingel, Geknutsche und Gepoppe durch die immer wieder gleichen Bars und Hotelzimmer grenzenlos. Die 6 Punkte sind Gnadenpunkte, nur weil ich das Genre mag. Und wegen der sehr witzigen und coolen ersten 30 Minuten. Der Film selbst ist eigentlich so fade wie Tofu ohne Chilis, wenn man sich mal ehrlich macht. Aah what the fuck, ich gebe doch nur 5.5. Ich habe schließlich auch meinen Stolz als Zuschauer. Ein Film darf bei mir halt eigentlich alles. Nur langweilen sollte er mich halt nicht. Und das tat er. Da halfen auch die inflationär eingestreuten guten Country Songs nicht mehr. | |
04.09.2026, 20:16 | |
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