Blades of the Guardians

Die tollkühnen Sandmänner mit ihren fliegenden Schwertern

von Herr_Kees
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Yuen Woo-Ping hat als Stunt-Choreografer und Regisseur schon Martial Arts-Geschichte geschrieben. Nach Filmen wie DRUNKEN MASTER, IRON MONKEY und THE MATRIX muss er nichts mehr beweisen und niemand hat von ihm wohl nochmal ein Altersmeisterwerk erwartet (höchstens erhofft). So ist BLADES OF THE GUARDIANS auch „nur“ ein solides Wuxia-Abenteuer geworden, das zwar vielen alten Recken (u. a. Tony Leung und – kaum zu erkennen: Jet Li) und Standards nochmal Tribut zollt, aber auch schon schwer CGI-lastig daherkommt, wo früher noch ausschließlich mit der Hand am Arm und mit den Seilen um die Hüfte gearbeitet wurde.

Ein reines Computerspektakel wie in den meisten zeitgenössischen asiatischen Fantasyfilmen muss man jedoch nicht befürchten, die Darsteller zeigen durchaus, was sie können, die Computertrickser allerdings auch. Das macht die Kampfsequenzen zwar rasant, aber letztlich auch etwas austauschbar – es gibt zwar einige schöne Sets und Stunt-Kabinettstückchen, aber keine einzige Sequenz, die wirklich atemberaubend ist, weil man einfach die Physik nicht so sehr spürt wie früher.

Anders als bei den meisten anderen Schwertkampffilmen früherer Generationen liegen hier mal keine realen politischen Entwicklungen und Heldensagen zugrunde, sondern ein Webcomic, der inzwischen auch schon seit über 10 Jahren läuft und in mehr als 13 Sammelbänden veröffentlicht wurde. Das erklärt auch die überbordenden Personalien: Im Minutentakt werden hier neue Figuren und Fraktionen mit eigenen Texteinblendungen vorgestellt, wobei manche noch während oder kurz nach ihrer derart prominenten Präsentation schon das Zeitliche segnen. Ob dieser schon ins Parodistische gehende Ansatz augenzwinkernde Absicht war oder schlichtweg dem Fanservice geschuldet ist, möglichst viele Figuren der Vorlage unterzubringen, weiß wohl nur Yuen Woo-Ping.

So umfangreich die beteiligten Parteien sind, so simpel und straightforward ist der Kern der Story: Kopfgeldjäger Dao Ma (Jing Wu channeling Clint Eastwood) soll den Rebellenführer Zhi Shi Lang von A nach B eskortieren und ihn dabei vor den Militärs der Regierung, Kopfgeldjägern und jeder Menge anderer Gestalten (siehe oben) beschützen, von denen sich manche als Gefahr, andere als Verbündete und manche erst als das eine und dann als das andere erweisen. Zhi Shi Lang, gespielt vom androgynen Yi-zhou Sun und den ganzen Film über von einer hübschen Karnevalsmaske verdeckt, ist eher Hippie als Alpha, was Dao Ma seinen Job nicht unbedingt erleichtert.

Der Plot dient im Grunde auch nur dazu, den Film in Bewegung zu halten. Als Komplikationen auftreten, wird der Plan einfach über Bord geworfen und man kehrt für den Showdown wieder zum Ausgangspunkt zurück. Und wie immer bei dieser Art von Filmen fliegen die Untertitel mindestens so schnell durchs Bild wie die Handkanten und Fußballen. Von daher eine absolute Empfehlung für Fans des Genres, Einsteiger sollten sich lieber zuerst an die Klassiker halten.
Herr_Kees
sah diesen Film im Gloria 2, Stuttgart

11.09.2026, 15:35



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