Zwischen Müdigkeit und Mitternachtvon Leimbacher-Mario | Permalink |
Ein weiterer Zehnerpack an Kurzfilmen stand auf dem Fantasy Filmfest 2026 an – haben sich die zwei Stunden gelohnt oder folgte eine Ernüchterung auf die nächste? Haben die Macher und Filmauswähler noch ein gutes Händchen und einen unterhaltsamen Geschmack oder wird's Zeit für frischen Wind und andere Meinungen, Themen und Vibes? — Dies ist nicht die Reihenfolge in der die Shortys in Köln liefen — Book U Can Ask???s (6/10) Eine ungewöhnliche Geistergeschichte… oder gar Freundschaft?!… Pfiffig erzählt mit der einen Voiceoverstimme, zügig vorbei, naiv-süße „Computereffekte“, simple „Fish outta Water“-Geschichte. Aber im Grunde jetzt auch nichts Besonderes oder etwas, das hängenbleibt. Mitläufershorty. Charlie Is not a boy (5,5/10) Ein ungewöhnlicher Nachwuchs eines ungewöhnlichen Metzgers in einer ungewöhnlichen Welt… Famoses, queeres Setdesign und ein paar bittere Denkanstöße durch die pastellfarbene Blume. Aber im Endeffekt doch eher mit Fragezeichen über der außergewöhnlich hässlichen Frisur… Flock (7,5/10) Als eines Tages alle Schafe der ruralen Gemeinde verschwinden, wird der letzte Bauer, der seine Schafe wirklich liebt, vom Rest seines Dorfes bedrängt… Sauhochwertig produziert vom BFI, mit heftigen Robert Eggers-Vibes, einer bitterbösen Metapher und intensiven audiovisuellen Schnipseln. Könnte für einige dennoch anstrengend und letztendlich zu offen bleiben… Goodbye, Monster (7/10) Ein Monster kommt unter'm Bett hervor – und muss sich von einem jungen Teenager verabschieden, den er scheinbar durch weite Teile seiner Kindheit begleitet hat… Starker, unschuldiger und überraschend emotionaler kleiner Shorty, mitproduziert vom Fangoria. Ein bisschen „Monster AG“-Flashbacks. Positiv. In the Weeds (3,5/10) In einer Welt, in der schöne Gärten mehr zählen als Freunde und Beziehungen, macht eine besonders aggressive, neuartige Blume einem eitlen Ehemann Kopfzerbrechen… Das reicht mir nicht. „Greener Grass“ meets „Little Shop of Horrors“ – aber als generischer Magerquark. Schneller vergessen, als Bambus wächst. Jealous People Are Ugly People (6,5/10) Der Titel sagt alles – wünsche Anderen nichts Schlimmeres, als dir selbst zustoßen soll… Wahre, wichtige Message. Aber die Umsetzung hätte noch gemeiner und böser und splattriger sein können… The Last Jiangshi (5,5/10) What We Do in the Hongkongcinema… Eine vampirische und lustige Mockumentary über den Letzten seiner Art … und eine unerwartete Bromance… Top-Ausgangslage und Idee. Aber dann doch irgendwie nur ein Hongkong’esker Abklatsch. Auch viel zu lang für zu wenig Ideen. Man Eating Pussy (6,5/10) Ein schwer kranker Mann besucht eine ganz besondere, (liebes)hungrige Dame… Verrückte Idee. Für manche vielleicht plump. Bockstarke Elektrobeats. Famoses Maskendesign. Zwischen Ekel und Geilheit. The Old Lady & the Eternity (8/10) Eine spanische Oma leistet als eine der letzten Menschen in einer computergesteuerten Zukunft urkomisch Widerstand… Mein dann doch recht deutlicher Favorit des Aufgebots. Mit dieser abgefuckten und ausgekochten Latinaoma ist nicht zu spaßen – das weiß auch jeder Roboter, jede K.I., jeder Invasor… Square Peg in a Black Hole (5,5/10) Eine schwarzes Loch auf der Toilette beleuchtet den Sinn des Lebens nochmal ganz neu und anders… Deutsch-augenzwinkernde Verrücktheiten zwischen Philosophie und Plattitüde. Manchmal genial. Oft aber eher egal. Snackig. Und dennoch zu lang und mit Pacingproblemen. Fazit: Auch recht wenig echte Reinfälle können zu anstrengenden zwei Stunden führen… Für mich leider einer der schwächeren und wenig unterhaltsamen Jahrgänge, seitdem ich auf'm FFF bin! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 13.09.2026, 17:52 |
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