Mutterinstinkt vs. Überlebensinstinktvon Leimbacher-Mario | Permalink |
„Mutter“ ist ein weiterer harter und humorloser Genrebeitrag aus der Türkei, in dem eine Mutter ein Kind bekommt, das körperlich ganz anders ist als normale Kinder, und somit ein automatischer Ausschluss aus der Gesellschaft und ein Fortlaufen des Vaters folgen… Wir Mütter vom Besiktaszoo Monsterbabys – oder weiter gedacht auch erwachsene „Monster“ wie „Der Elefantenmensch“ – gibt es im Genre viele. Eine Mama-Monster-Geschichte wie in „Mutter“ allerdings noch nicht. Vielleicht weil er kaum dem (Horror-)Genre angehört?! Lassen wir das einfach mal stehen. Spielt auch wenig eine Rolle. Denn auch ein ekliges, unangenehmes, gesellschaftskritisches Drama kann ja durch ein Monsterbaby gewinnen. Aber leider hat mich „Mutter“ weder über den Drama- noch über den Monsterwinkel allzu begeistert. Mitgenommen schon. Mitleid hatte ich definitiv mit Mutter und Geschöpf. Mehr aber auch nicht. Viel Leiden, viel Schmerzen, viel Depressionen, viele graue Haare über Nacht, viel Last auf den Schultern, viele psychologische wie gesellschaftliche Druckpunkte, viel Metapher, viel brodelnde Wut, viel Verzweiflung, viel „Aua!“ wenig „Oha!“. Ganz und gar kein schlechter Film. Und dass ich mich durch ihn gehörig durchbeißen musste, gehört zum System bzw. seinem Anliegen. Gut machen ihn diese massiven Schmerzen und dieser trostlose Kummer aber für mich nicht automatisch. Unwohlfühlkino! Es hat deine Augen! Fazit: Monstermiseryporn. Tragisch, traurig, trügerisch. Hier tut mir viel leid – aber der Zuschauer irgendwie auch ein gehöriges Stück… Ich bleibe definitiv lieber bei „Basket Case“, „Elmer“ oder „It's Alive“! | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 13.09.2026, 23:17 |
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