Turkish Eraserheadvon Herr_Kees | Permalink |
Als Gül von der Geburt nach Hause kommt, braucht sie erstmal eine Kippe und einen Schluck aus der Rotweinflasche. Denn das, was sie da geboren hat, ist so schrecklich, dass ihr Schlappschwanz von einem Mann sofort Reißaus genommen hat. Was aber auch immer dieser rohe Fleischklumpen mit Haaren und Tentakeln (?) sein mag – es ist ihr Kind. Und sie wird für ihr Kind sorgen. Nach den üblichen Problemen in dieser Art Film, wo Babys an der Brust lieber nagen als zu saugen, steht als Nächstes die Nahrungsbeschaffung an. Wer nun allerdings eine blutige Splatterschlachtplatte mit Monsterbaby erwartet, ist falsch gewickelt. Wir haben es hier – mal wieder – mit einer als Horrorfilm getarnten Gesellschaftskritik zu tun, die den Fokus mehr auf die Probleme einer alleinerziehenden Mutter aus der verarmten Unterschicht legt als auf Monsterhorror. Nun wurden beide dieser Geschichten schon einige Male erzählt und MUTTER hat keiner richtig viel hinzuzufügen. Der Film ist erwartbar düster und deprimierend. Falls jemand die offensichtliche ERASERHEAD‑Hommage nicht versteht, gibt es später noch einen völlig unzusammenhängenden Chansonauftritt („Macabre“), der wie ein Remix aus „Llorando“ im „Club Silencio“ und „In Heaven“ der „Lady in the Radiator“ erscheint. Anerkennenswert ist das Creature Makeup, bei der später etwas gealterten Hauptdarstellerin wurde weniger sorgfältig gearbeitet. Fazit: Schön, dass man solche Filme auch mal aus etwas exotischeren Ländern zu sehen bekommt, allerdings dürfen sie uns dann gerne auch mal etwas Neues erzählen und nicht nur alte Geschichten mit Lokalkolorit anreichern. | |
sah diesen Film im Gloria 2, Stuttgart | 14.09.2026, 00:50 |
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