Seelenpeinvon Herr_Kees | Permalink |
Jacob van Veren führt Haus und Hof mit eiserner Hand, Frau Emilie und Tochter Zelie sind mehr oder weniger zu Haushaltssklaven degradiert. Jacob hat alles Recht dazu – es ist ihm gottgegeben. Zudem ist Jacob der „Masker“ seines Kantons. Als solcher ist er die letzte Hoffnung für Menschen, die an der „Black Veil“-Seuche erkrankt sind. Und „letzte Hoffnung“ heißt in dem Fall, dass er wenigstens noch ihre Seele rettet – indem er ihnen alle Zähne zieht, Mund und Augen zunäht, ihnen eine selbstgeschnitzte Holzmaske mit Vorhängeschloss über den Kopf stülpt und sie in der Wildnis aussetzen lässt. Kurz: Der Mann verrichtet Gottes Werk. Tochter Zelie will die Demütigungen nicht länger mitmachen, doch vor ihrem allmächtigen und überaus sadistischen Vater scheint es kein Entkommen zu geben. Regisseur Quarxx hat auch das Drehbuch zu diesem Film geschrieben, es hätte aber ebensogut vom Marquis de Sade persönlich stammen können. Jeder Hoffnungsschimmer, jede gutmeinende Person, jede Chance auf eine bessere Zukunft werden im Keim erstickt, es gibt in diesem kaltherzigen Film keine Hoffnung – eine Haltung, die der Film noch über den Abspann hinaus trägt. Das ist schwer zu ertragen. Von Unterhaltung kann man hier nicht mehr sprechen, eher von Faszination. Ein wenig Masochismus schadet auch nicht, um dem Film etwas abgewinnen zu können. Interessant ist er allemal – auch was sich Quarxx sozusagen als Variante des Zombiefilms einfallen lässt, ist sehenswert. | |
sah diesen Film im Gloria 2, Stuttgart | 14.09.2026, 00:56 |
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