Motherwitch

Dunkle Zypressenmessen

von Leimbacher-Mario
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„Motherwitch“ lässt auf und aus Zypern die mütterliche Trauerkloshexe los, wenn eine Frau (Ende des 19. Jahrhunderts) alle drei Kinder bei einem Unfall verliert – und danach in Kontakt mit dunklen Mächten tritt, um das eventuell rückgängig zu machen…

Dem Film fehlt rote Farbe…

Technisch habe ich nicht viel gegen „Motherwitch“ zu sagen. Die Berge und Sonnenuntergänge Zyperns sind erhaben. Mehr als das. Was für ein Fleckchen Erde! Die weibliche Hauptdarstellerin legt viel Schmerz und Wille und Wut in ihre Performance. Exotenbonus gibt's von mir dafür unbedingt. Und einige Einblicke in die Kultur des Inselstaates über etliche seiner kolonialen Besatzermächte gibt’s obendrauf. Aber hey, ich bin gekommen, um einen Horrorfilm zu sehen … und da versagt „Motherwitch“ leider unter jeden halbwegs anständigen Ansprüchen. Das ist wie gesagt alles interessant. Urlaubsreif. Aber nie spannend. Nie innovativ (im Folkhorrorbereich). Nie grausam (genug). Nie gänsehauterzeugend. Hübsch plätschert's vor sich hin und her und hin und her. Und ich habe unerbittlich gegen zufallende Augen zu kämpfen. Erst recht an einem vollen Festivaltag, was denke ich der wahrscheinlichste Ort ist, wo man „Motherwitch“ antrifft und wo er gegen die meiste Konkurrenz in der schwarzen Erde von Zypern untergeht…

Lore vor den leeren Latz

Fazit: Tolle zypriotische Landschaften, intensive Leading Lady, tragische Familienverluste, glaubhaftes Erscheinungsbild… In allerlei Genrebelangen allerdings zaghaft, zäh und zerbrechlich. Zu wenig, zu mild, zu blass. Ganz einfach.
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

14.09.2026, 23:15



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