Wie bitte?von Leimbacher-Mario | Permalink |
„Nervous“ ist der neueste Streich von Abner Pastoll und er liefert hier eine Mischung aus Beziehungsdrama, Hörexperiment und Vinylgrusel, wenn er eine junge irische Frau in Südkorea in ein großes Haus mit ihrem koreanischen Ehemann ziehen lässt, dort einen alten Plattenspieler auf dem Dachboden findet samt mysteriöser, scheinbar „leerer“ Schallplatte – und fertig ist ein ohrenbetäubender Fluch (?!)… Grammophongeständnisse „Nervous“ sieht die meiste Zeit deluxe aus. „Nervous“ hat die entzückende Sarah Bolger. „Nervous“ baut eine klasse vibende UK-Korea-Brücke. „Nervous“ sollte mit dem Hook „verfluchter Plattenspieler“ genug Mainstreamhorrorgucker hinter'm Sofa hervorlocken. „Nervous“ hat ein paar richtig schöne Needledrops und Songs. Aber vor allem punktet „Nervous“ mit einer mutigen, bizarren und ungewöhnlichen Tonspur, die ich so radikal bis frech selten erlebt habe. Zwischen Tinnitus und Ohrwurm, zwischen Pfropf im Kopf und Verständigungsproblemen, zwischen Koreanisch und Englisch, zwischen Ehekrise und Schallplattenfluch, zwischen Auslassungen und stumpfem Hören… hier wird auditiv alles aufgefahren und heruntergefahren und gegeneinander (und den Zuschauer!) ausgespielt, was nur geht. Und das bekommt dicken Respekt von mir! Dass ich dadurch einige Nuancen oder vielleicht auch entscheidende Hinweise auf die „Lösung“ des Falls nicht ganz mitbekommen und gecheckt habe, liegt im kreativen und mit Wissenslücken spielenden Konzept der Sache… Tinnitustrancetrugschlüsse Fazit: Mutige Tonspur, generischer Grusel, bezaubernde Hauptdarstellerin, schmerzhafter Ohrenschmalz… „Nervous“ lässt einen qualitativ zwar nicht nervös im Kinosessel rumrutschen, aber er hat durchaus seine reizenden, blanken Fragezeichenstellen. Mir ist nicht alles klar, was hier warum abging – und das ist vollkommen okay… | |
sah diesen Film im Residenz, Köln | 14.09.2026, 23:46 |
|
Weitere Informationen (externe Links): | |||||