crazy

Black Sheep

Saudämlich... und noch viel mehr.

von D.S.
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Es gibt Humor. Es gibt Humor. Es gibt Humor. Und es gibt Michael "Bully" Herbig. Nun laufen da draußen eine Menge Leute rum, die diesen Knaben und seine Scherze echt spaßig finden - und ich will es mir bestimmt nicht anmaßen, über deren Geschmack zu urteilen. Aber meiner ist es definitiv NICHT. Ich habe grundsätzlich ganz und gar nichts gegen Fun-Splatter einzuwenden, im Gegenteil, einige Vertreter dieses Subgenres zählen zu meinen Lieblingen. Aber die bieten dann gemeinhin etwas mehr als Furz-Witze, das Lächerlichmachen von Minderheiten (wenn man Vegetarier und Tierschützer mal als solche bezeichnen möchte), Anspielungen auf das Verhältnis einsamer Bauernjungen zu ihren Schafen und vor allem das (oft slapstickhafte) Ausreizen von Offensichtlichkeiten. Ja, vermutlich ist es gerade dieser letzte Punkt, der einen Vergleich von "Black Sheep" mit etwa "Braindead" mal eher ganz locker ins Reich der Blasphemie verdammt: Nichts, aber auch GAR nichts in dieser neuseeländischen Pseudokomödie kommt überraschend; jeder einzelne (wie gesagt, oft Slapstick-)Gag wird aufs Ausführlichste angekündigt - oft genug auf die Weise, daß wir gleich zwei oder drei Einstellungen desjenigen Gegenstandes sehen, der gleich im Mittelpunkt einer unfaßbar lustigen Szene stehen wird. Fein, so verpaßt auch wirklich niemand den Einsatz, wenn’s ums Lachen geht - wenn er sich bis dahin nicht schon totgeärgert hat ob der Einfallslosigkeit und Pennälerhaftigkeit des hier dargebotenen, naja, "Humors". Wie war das? Schafe? Ach ja, die gibt’s auch. Die sind zwar nach spätestens 5 Minuten, bei aller Liebe, als todbringende Bestien NICHT mehr lustig. (Und in irgendeiner Form bedrohlich wirken sie ohnehin nicht eine Sekunde lang.) Aber leider waren wohl die Schafe in den Augen der Macher des Films einfach DER Knaller, da brauchte man sich auch nicht weiter viel ausdenken, heyhey, ist doch Party hier bei uns in der Pampa, und bei jedem bayerischen Schützenfest lacht die Meute auch über weniger als das hier - na komm, außerdem kann man sich doch köstlich amüsieren über die als esoterische Vollspackos dargestellten Tierschützer (gnihihi, und was machen die Ökos dann, wenn sie mit Gewalt konfrontiert werden? Grohohohoho!), über unseren Pocherverschnitt, über die vielen Furzwitze... ach, die hatten wir schon? Naja, dann eben über die... ach komm... hey, da sind total viele krasse Schafe unterwegs! Das isses, echt, komm schon! ... nee. Nicht wirklich. Ich hab es nicht EINMAL geschafft, auch nur zu schmunzeln. Ich hatte mir bis heute im Traum nicht vorstellen können, mal aus dem Eröffnungsfilm eines FFFs vorzeitig gehen zu wollen (hab es dann aber bei einer Zigarettenpause belassen). Ich hab die Mehrheit meiner Mit-Reviewer hier bei f3a noch nie so wenig verstanden wie in diesem Fall. Aber naja. Geschmäcker sind nun mal verschieden, gerade, wenn es um Humor geht. Humor reimt sich auf Gore, und davon gab es immerhin ein wenig, aber sorry, das rettet diesen MURKS nicht mal ansatzweise. Verdient ihm aber doch den zweiten Punkt (den ersten gibt’s, weil... hmm... das der Eröffnungsfilm war). Doch im Ernst: "Black Sheep" ist Brechstangenkomik. Bemüht ohne Ende, nicht ein einziges Mal locker, charmant, souverän, überraschend. Hier werden Klischees bedient und lauwarme Witze aufgewärmt, daß es nicht zu glauben ist. Und wenn ich mir die Macher vorstelle, sehe ich Dorfprolls, die jetzt endlich mal so richtig auf die Kirmes-Pauke hauen wollen. Und wie lautet die bislang ungeschriebene erste, wichtigste der berüchtigten "Regeln zum Überleben eines Dorffestes"? Richtig: FORTBLEIBEN.
D.S.
sah diesen Film im Metropolis 6, Frankfurt

02.08.2007, 01:31



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