Riddle of Fire

„There‘s always tomorrow for dreams to come true“

von Herr_Kees
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Alice, Hazel und Jodie sind eine eingeschworene Motorradgang. Ausgerüstet mit Hightech-Gerät und schweren Waffen planen sie ihren nächsten Coup – den Überfall auf ein großes Warenhaus. Allerdings sind Alice, Hazel und Jodie allesamt Dreikäsehochs, ihre Gefährte sind aufgemotzte Trikes, sie spähen ihre Umgebung mit bunten Handyfiltern aus und schießen mit Paintballpistolen.

Nach dem Klau der neuen Spielekonsole ihres angebeteten Herstellers Otomo steht einem Gaming-Marathon nur noch eins im Weg: die Kindersicherung des TVs. Doch die kränkelnde Mutter bleibt eisern – das Passwort rückt sie erst heraus, wenn die Kids ihren geliebten Blaubeerkuchen besorgen. Diese Quest wird für die drei deutlich herausfordernder als angenommen. Denn sie müssen es dafür mit den „Enchanted Blades“ aufnehmen, einer Gruppe Wilderer, deren Anführerin (charismatisch: Lio Tipton) über magische Kräfte verfügt.

Ja, es muss nicht immer der Bildschirm sein, auch draußen in der Natur kann man spannende Abenteuer erleben (damit man danach länger am Bildschirm sitzen kann).

RIDDLE OF FIRE ist ein süßer feelgood Coming of Age-Film mit Fantasyelementen, ein „Neo Fairytale“ aus dem Westen der USA oder kurz: Astrid Lindgren trifft Stephen King. Die Kinder machen ihre Sache gut, auch wenn man ihnen manchmal die fehlende Schauspielerfahrung anmerkt und man den Jüngsten meist gar nicht versteht. Doch der hat andere Stärken (Ausziehen und Tanzen).

Den Mittelteil im Wald hätte man gut straffen können, der beabsichtigte Fantasy-Zauber überträgt sich auch nicht immer und am Ende hat man dann doch ein Gefühl wie nach zu viel Blaubeerkuchen, aber ein netter Zeitvertreib war es allemal.
Herr_Kees
sah diesen Film im EM, Stuttgart

20.04.2024, 23:50


Magic Mountain

von Leimbacher-Mario
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„Riddle of Fire“ lehnt sich an herzerwärmende und zugleich damals sehr aufregende Kindheitsklassiker wie „Goonies“, „Monster Squad“, „Stand By Me“ oder „Lost Boys“ an und erzählt von vorpubertären Freunden, den „Three Immortal Reptiles“, die auf ein kindlich-naives Abenteuer durch ihr Städtchen und darüber hinaus aufbrechen, um die Zutaten für einen Blaubeerkuchen (!) zusammenzutragen, um einer kranken Mama zu helfen…

Kinderschuhe & Zaubertruhe

Sympathiebolzen, rosarote 16MM-Brille in Filmform, Phantasialand. Für „Riddle of Fire“ fallen mir viele Bezeichnungen ein. Und fast alle sind als dickes Kompliment zu verstehen. Das Ding ist ganz klar ein Indie und keineswegs perfekt. Z. B. versteht man die Aussprache der Kids nicht immer gut, es gibt recht wenig Handlung und echte Konflikte, mit allzu viel (erwachsener) Logik darf man an die Sache nicht herangehen. Man darf auch keine allzu großen Setpieces wie Höhlen, Zugbrücken oder Kuchenesswettbewerbe erwarten wie in den o. g. Vorbildern. Das hier ist nicht wirklich Hollywood. Und dennoch hat „Riddle of Fire“ mein Herz im Sturm erobert. Die Clique hat eine tolle Chemie, ja Magie. Die Kinder reden und verhalten sich wie Kinder. Die „Bösewichte“ sind seltsam, (positiv) offbeat und doch irgendwie in dieser Welt eine ernstzunehmende Gefahr. Es gibt seltsame Einfälle und Details an jeder Ecke, von gepunkteten Hühnereiern bis zu wahrhaft magischen Sprichwörtern. Und apropos Magie: der Score ist genau das, pure Magie. Von carpenter'esken Synthies über folkloristisches Pianoklimpern bis zu romantischen Melodien - dass der „Riddle of Fire“-Soundtrack auf Vinyl ein heißbegehrtes Sammlerobjekt wird, kann ich jetzt schon sagen. Der Look hat Textur, Charakter und wird nie digital gleichwertig ersetzt werden können. Es gibt vielleicht die süßeste Tanzperformance des Filmjahres. Und das Happy End ist zuckersüß, ohne kitschig zu sein. Hier passt einfach sehr viel - selbst wenn ich mir insgesamt dann doch das ein oder andere Piratenschiff, Monster, Hindernis mehr gewünscht hätte…

Eine gute Kinderstube

Fazit: Zauberhaft, naiv, sympathisch und kindlich-aufregend - „Riddle of Fire“ fängt die Magie, den Spaß und die Spannung von kindlichen Abenteuern über Wald, Berge und Wiesen absolut fantastisch ein. Zwischen D&D, Videospiel und Träumchen. Selbst wenn die eigentliche Handlung kaum der Rede wert ist. Aber so war das eben als kleiner Mensch: da macht man gerne aus einer Mücke 'nen Elefanten…
Leimbacher-Mario
sah diesen Film im Residenz, Köln

21.04.2024, 01:12


Hinter den Bergen, bei den motorisierten Zwergen

von Alexander
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Ich war immer ein großer Freund von „Kinderfilmen“, bzw. ungewöhnlichen Filmen mit Kindern, seien es nun die auf dem Filmfest gezeigten „I Declare War“ und „The Innocents“, oder die kommerzielleren und hier auch schon als Vergleich genannten „Goonies“, „Stand by Me“ oder andere. Meistens machte es Spaß in die kleinen, aus Kindersicht gezeigten, Welten abzutauchen und gemeinsam mit ihnen mehr oder weniger ernste Abenteuer zu erleben.

„Riddle of Fire“ wollte ich genau so „lieb haben“. Der Auftakt mit der stimmungsvollen Musik und den tollen Bildern macht richtig Laune, die erste halbe Stunde ist eine wilde Achterbahnfahrt voll verrückter, teils nahe an der Infantilität schrammenden, Ideen und ein paar kleinen Momenten voll (Kindheits-)Zauber. Hier wirkt „Riddle of Fire“ durch seine Bilder, die ungewöhnliche, mittelalterliche Musik und die zahlreichen kleinen in lyrischen Zeichen eingestreuten Botschaften noch wie eine Art Kindermärchen. Man kann lachen, man kann gespannt sein, wie das alles weiter gehen wird …

Und an dieser Stelle ist der Film für mich dann irgendwie falsch abgebogen. Der lange Mittelteil passt weder vom sehr ernsten Grundton, noch vom Pacing mit dem Anfang zusammen. Irgendwie läuft die gesamte Story ins Absurde, macht dabei aber nicht mehr wirklich Spaß. Es gab auch kaum mehr Lacher im Publikum, denn die immer gleichen Gags nutzen sich natürlich irgendwann ab und der Rest wird seeeehr lange ausgewalzt, bis ... na bis der Film dann auch abrupt zu Ende ist, auch wenn das Zuckergussende herzerwärmend war.

Da wäre irgendwie noch so viel mehr Zauber drin gewesen, finde ich.
Alexander
sah diesen Film im Harmonie, Frankfurt

28.04.2024, 10:21




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